Le clans des mouettes

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 SHEX MAHMUD NAMIR, Ağrı et RÉPUBLIQUE DE MAHABAD.

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yanis la chouette



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MessageSujet: SHEX MAHMUD NAMIR, Ağrı et RÉPUBLIQUE DE MAHABAD.   Lun 19 Mar à 4:23


La République de Mahabad (en persan : جمهوری مهاباد) ou République du Kurdistan est une création éphémère dans le Kurdistan iranien en 1946. Elle est le deuxième État kurde contemporain, après la République d’Ararat en Turquie. Sa capitale est la ville kurde de Mahabad dans le nord-ouest de l’Iran. Son existence est liée à la crise irano-soviétique entre les États-Unis et l’URSS.

Présentation.

C’est Qazi Muhammad qui est président de la République, et Moustafa Barzani est le ministre de la défense. Le Premier ministre est Hadji Baba Scheikh. Elle déclare son indépendance le 22 janvier 1946, mais est battue moins d'un an plus tard par l’armée iranienne. Après la disparition de la république, Qazi Muhammad est exécuté en public au centre de Mahabad.

Le président actuel du Kurdistan irakien, Massoud Barzani, est né à Mahabad quand son père, le général Moustafa Barazani, était le général en chef de Mahabad.

Archibald Roosevelt, fils du président des États-Unis Theodore Roosevelt, a écrit dans La République kurde de Mahabad, que le principal problème de la république de Mahabad était qu’elle avait besoin de l’aide soviétique. Mais cette alliance avec l’Armée rouge provoqua un désaccord avec de nombreuses tribus kurdes.

Notes et références.

Voir aussi Bibliographie.

William Eagleton, Jr. : La république kurde, Complexe, Bruxelles, 1992. (ISBN 978-2-87027-418-7)
William Eagleton, Jr. : The Kurdish Republic of 1946. Oxford University Press, London 1963. (en)
Yassin, Burhaneddin A., Vision or Realty: The Kurds in the Policy of the Great Powers, 1941-1947, Lund University Press, Lund/Sweden, 1995. (ISSN 0519-9700), (ISBN 91-7966-315-X) Lund University Press. ou (ISBN 0-86238-389-7) Chartwell-Bratt Ltd. (en)
The Republic of Kurdistan. Fifty Years Later. dans : International Journal of Kurdish Studies. Library, Brooklin NY 11.1997, 1 & 2. (ISSN 0885-386X) (en)
Moradi Golmorad: Ein Jahr autonome Regierung in Kurdistan, die Mahabad-Republik 1946 - 1947 in: Geschichte der kurdischen Aufstandsbewegungen von der arabisch-islamischen Invasion bis zur Mahabad-Republik, Bremen 1992, (ISBN 3929089009) (de)
M. Khoubrouy-Pak : Une république éphémère au Kurdistan, Paris u.a. 2002, (ISBN 2-7475-2803-0)
David A. McDowall : Modern History of the Kurds, I. B. Tauris, 1996 (Current revision at May 14, 2004). (ISBN 1-86064-185-7) (en)
Susan Meiselas : Kurdistan In the Shadow of History, Random House, 1997. (ISBN 0-679-42389-3) (en)
Archie Roosevelt, Jr. : The Kurdish Republic of Mahabad. dans: Middle East Journal. Washington DC 1947,1 (July), p. 247-69. (ISSN 0026-3141) (en)
Kurdish Republic of Mahabad. [archive] dans : Encyclopedia of the Orient. (en)
The Kurds : People without a country. dans : Encyclopedia Britannica. [archive] (en)

Lien externe

Un article allemand sur le Republique de Mahabad.

Republik Mahabad

Elf Monate Republik

Seite 1 von 2 12

Erdöl und kalter Krieg machen den Traum von der kurdischen Un­abhängigkeit zunichte.
Die Szene war fast die gleiche wie auf dem berühmten Gemälde, auf dem die sowjetische Historienmalerei Lenin im Jahr 1917 die Okto­berrevolution verkünden lässt. Auf dem Vier-Lampen-Platzin Mahabad hatten Arbeiter am Vortag ein mächtiges Holzgerüst aufgebaut, das nun mit Tüchern in den rot-weiß-grünen Farben der kurdischen Flagge umhüllt war. Rund um den Platz waren Masten errichtet, und die Fahnen der Demokratischen Partei Kurdistans, der ehemaligen Komala, geschmückt mit dem Wappen der aufgehenden Sonne, knatterten im Wind des klaren Wintertages. Am Vortag hatte es ge­schneit, und in schmutzigem Weiß lag der Schnee noch auf den Stra­ßen und den flachen Dächern der umliegenden Häuser. Es war der 23. Januar 1946. Im kurdischen Kalender war es der zweite Tag des Monats Rebandan, und im Kalender der Geschichte wurde es der erste Tag der ersten und bislang einzigen kurdischen Republik.

Am späten Nachmittag hatten sich Tausende versammelt: Bürger und Handwerker aus Mahabad sowie Fürsten und Krieger der umliegen­den Stämme, der Gawurk, der Mamash und Mangur, der Herki und der Begsadeh. Die meisten von ihnen trugen die typische Männer­tracht des Nordens, die Pluderhosen und weitgeschnittenen Jacken aus selbstgewebtem erdbraunen Stoff, mit bunten blumengemuster­ten Leibbinden gegürtet, darüber das Lederkoppel mit eingeklinkten Patronengurten und dem riesigen zweischneidigen Kurdendolch. Viele hatten die rot-weiß oder schwarz-weiß gescheckten Kaffyehs, wie man sie auch im Irak kennt, als Turban auf dem Kopf. Weiter aus dem Norden waren die Vertreter der Shikaks und der Dschalalis angereist, mit ihren weitgeschnittenen Reithosen nach Kosakenmanier und ihren starren Übermänteln und hohen Filzkappen ein düsterer Kontrast zur lebendig bunten Aufmachung der anderen Stämme.

Die Stadtleute hatten zur Feier des Tages ihrem Auftreten in europäisch geschnittenen Anzügen wenigstens mit dem Turban einen kurdisch­ islamischen Akzent aufgesetzt.
Eine Delegation von Mitgliedern der Demokratischen Partei holte ihren Führer aus seinem ebenfalls mit Wimpeln geschmückten Wohnhaus ab und geleitete ihn auf den Platz der vier Lampen. Ghazi Muhammad hatte eigens für diesen Anlass eine besondere Kleiderzu­sammenstellung gewählt: In Täbris hatte er sich von einem auf Uni­formen spezialisierten Schneider eine sowjetische Generalsuniform fertigen lassen, die er nun zum ersten Mal trug.

Die Generalsmütze allerdings war ihm von kurdischen Freunden, denen allzu viel An­klänge an die Sowjetunion nicht geheuer erschienen, noch ausgere­det worden. Zur Uniform einer kommunistischen Armee trug der Ghazi deshalb den weißen Turban seines religiösen Amtes. Den schweren, unförmigen Mantel, den er noch über die Uniform gezo­gen hatte, legte er ab, als er das hölzerne Podium erstieg. Die versammelte Menge verstummte, als der Parteiführer das Wort ergriff. Als einzigen Abgesandten der Sowjets konnte er am Rand des Platzes den mit der Betreuung der Kurden beauftragten Führungsof­fizier Yermakov ausmachen, der dort auf einem amerikanischen Jeep sitzend das Geschehen beobachtete.

Qazi MuhammadQazi MuhammadGhazi Muhammad sprach kaum 15 Minuten. Kurz und bündig stellte er vor seinen Zuhörern noch einmal fest, dass die Kurden ein eigenes Volk mit eigener Geschichte, Sprache und Kultur seien, das in seinem eigenen Land wohne und nun endlich auch über einen eigenen Staat verfügen wolle. Aus diesem Grund verkünde er hier und heute die Kurdische Republik von Mahabad.

Und er danke dem kurdischen Volk, dass es vertreten durch das Zentralkomitee der Partei, ihn zum Präsidenten ausgewählt habe.
So kurz die Ansprache auch war, fand Muhammad doch die Zeit, um der »ruhmreichen Sowjetunion« für die moralische und materielle Unterstützung zu danken, die den Kurden schon zuteil geworden oder zumindest in Aussicht gestellt war. Außerdem beglückwünschte er die »aserbaidschanischen Brüder«, die jüngst ebenfalls die Unab­hängigkeit erlangt hatten und den Kurden helfen würden, wie sie sich auch umgekehrt jederzeit auf kurdische Hilfe verlassen könnten.

Als Ghazi Muhammad, nun offizieller Präsident der soeben gegründeten Republik, das Podium verließ, mischten sich in den Beifall der Menge fünf Ehrensalven von 300 kurdischen Kriegern.

Für die Russen immer Wodka im Haus

Schon kurze Zeit später zeigte sich allerdings, dass die Proklamation der Kurdenrepublik und die Beschwörung der »aserbaidschanischen Brüder« ein wenig voreilig gewesen war.

Ghazi Muhammad hatte den Zeitpunkt der Gründung nicht mit den sowjetischen Beratern ab­gestimmt, und von Moskau oder Baku aus war offenbar den aserbaidschanischen Genossen in Täbris noch nicht beigebracht worden, dass die Kurden sich mit russischer Billigung ein beträchtliches Stück aus dem Territorium der Autonomen Republik Aserbeidschan als ei­genen Staat herauszuschneiden gedachten.

Kaum zwei Wochen nach der festlichen Veranstaltung auf dem Vier­-Lampen-Platz kam es zu den ersten Reibereien. Zwei prominente Mitglieder der Demokratischen Partei Kurdistans, die gerade in Täbris, der aserbaidschanischen Hauptstadt, Besorgungen machten, wurden von Dr. Samadov, einem als Arzt in das dortige sowjetische Krankenhaus eingebauten Führungsoffizier, in wenig freundlicher Weise befragt, warum die Kurden ihre Unabhängigkeit erklärt und eine Regierung gebildet hätten, ohne vorher die endgültige sowjeti­sche Erlaubnis einzuholen.

Tags darauf wurde sogar Ghazi Muhammad nach Täbris zitiert und mit den gleichen Fragen konfrontiert. Der Präsident erklärte, Yermakov sei ständig über alle kurdischen Vorbereitungen im Bilde gewe­sen, und er habe ja auch von seinem Jeep aus der Proklamation der Unabhängigkeit als Zeuge beigewohnt. Yermakov konnte jedoch darauf hinweisen, dass er keine Genehmigung zur Ausrufung der Re­publik erteilt habe.

Aber der mit der obersten Leitung der Operation in Kurdistan be­traute General Salim Atakchiov hatte entweder entsprechende Wei­sungen aus Moskau oder genügend Vollmachten, sich von Ghazi Muhammad überzeugen zu lassen. Der General brachte den wüten­den Aserbeidschan-Premier Pishevari zum Schweigen, und er sank­tionierte den kurdischen Schritt.
Der in den fünfziger Jahren für die UNO mit Kurdenfragen befasste Diplomat Derek Kinnane wusste in einem Buch zu berichten, Salim Atakchiov habe durch einen Telefon­anruf seine Antwort an Ghazi Muhammad vorher mit Moskau abge­stimmt.

Dem frisch gebackenen kurdischen Präsidenten wurde jedenfalls schmerzlich bewusst gemacht, dass die Regierung von Mahabad die Feindseligkeiten Teherans sowie Aserbeidschans und vielleicht auch anderer Staaten nur mit der Unterstützung einer Großmacht durch­stehen konnte. Nach Lage der Dinge konnte allein die Sowjetunion diese Großmacht sein.

Nur aus Furcht, die Russen zu verstimmen und sie als Schutzmacht zu verlieren, hatte der Ghazi zunächst über­haupt den Gedanken der Unterordnung Kurdistans im Territorium der neuen aserbaidschanischen Republik erwogen. Und nur die Be­harrlichkeit seiner politischen Umgebung sowie die Gewissheit, in Mahabad mit einer streng kurdisch-nationalistischen Elle gemessen zu werden, war dafür verantwortlich, dass Muhammad hart blieb, und so hatte er nun auch die endgültige sowjetische Zustimmung zur Republik von Mahabad erreicht.

Das Verhältnis zwischen der kurdischen Führung und den russischen Ziehvätern der Republik blieb jedoch immer sehr förmlich. Der Ghazi konnte sich mit dem so ganz anderen Auftreten und Lebensstil der Sowjets nicht anfreunden.

Sein Sohn, der ihn wie erwähnt auch ein­mal nach Baku begleitet hatte, erinnerte sich noch 1979, dass die Rus­sen häufige Besucher in dem großen Haus Muhammads am Sauj-­Bulaq-Fluss waren: »Sie kamen zu allen möglichen Tageszeiten und manchmal auch mitten in der Nacht. Sie lärmten durch die Gegend, stiegen auf das Dach, trampelten herum und verlangten lautstark nach Essen und Trinken. Obwohl mein Vater natürlich keinen Alko­hol trank, hatte er für die Russen immer Wodka im Haus.«

Noch im Februar 1946 kamen die ersten zugesagten russischen Hilfssendungen in Gang. In zwei Transporten wurden den Kurden, nachdem sie schon requirierte Gewehre der persischen Gendarmerie erhalten hatten, 5000 Waffen aus Beständen der Sowjetarmee über­geben - Gewehre, Maschinengewehre sowie Armeepistolen tsche­chischen und amerikanischen Ursprungs.

Auch ein Rundfunksender wurde installiert, der bald seine Sendun­gen in kurdischer Sprache täglich von 16 bis 22 Uhr aufnahm. Es war der erste kurdische Rundfunk überhaupt. In vielerlei Hinsicht diente er dem späteren Geheimsender »Radio Freies Kurdistan« der sechziger und siebziger Jahre zum Vorbild.

Selbst an die komplette Ausstattung für ein Musikkorps hatten die Sowjets gedacht, das nun unermüdlich kurdische Kampflieder und schnell komponierte Märsche spielte sowie vor allem die National­hymne, die der Dichter Wenis Rauf Dildar in Mahabad geschrieben hatte.

Bei allen öffentlichen Anlässen, in Rundfunksendungen und bei den ersten Veranstaltungen und Aufmärschen der soeben gegrün­deten regulären kurdischen Armee tönten nun die russischen Instru­mente.

Hauptmann Saladin Kasimov drillt die Kurdenarmee

Ghazi Muhammad hatte in der Zwischenzeit ein Kabinett gebildet, dem auch sein Bruder Saif, der bis zum Zweiten Weltkrieg ein hoher persischer Gendarmeriekommandeur gewesen war, als Verteidi­gungsminister angehörte.

Der Regierung ging es jedoch nicht nur um die Schaffung eines funktionierenden Militärapparates zur Verteidi­gung der Staatsgrenzen insbesondere gegen zu erwartende militäri­sche Anstrengungen Teherans, sondern auch darum, ein zuverlässi­ges Machtinstrument in die Hand zu bekommen, das im Inneren ein Gegengewicht zur Stärke der kriegerischen und unberechenbaren Stämme bot.

Aus diesem Grunde hatte Präsident Ghazi Muhammad das Amt des Verteidigungsministers mit seinem Bruder als einem Mann seines be­sonderen Vertrauens besetzt, und aus dem gleichen Grund wirkte er auch persönlich bei der Auswahl der zukünftigen Kommandeure und Offiziere mit. Für den Kern der Armee hatte man am grünen Tisch ein eigenartiges Missverhältnis von 70 Offizieren und nur 40 Unterof­fizieren festgelegt, die zusammen die zunächst 1200 Sarbaz, einfache Soldaten, führen sollten.

Bei den Offizieren konnte Ghazi Saif auf ein Dutzend meist junger Männer zählen, die ihre Ausbildung in der Ar­mee des benachbarten Irak erhalten hatten und die ihrer kurdischen Nationalität und der Begeisterung für den nationalen Aufbruch ihres Volkes wegen dort desertiert waren, um sich den Streitkräften der jungen Republik anzuschließen. Die Masse der Offiziersstellen allerdings besetzten die Ghazis mit ihren Vertrauensleuten aus dem städti­schen Bürgertum Mahabads.

Im März traf überdies mit Hauptmann Saladin Kasimov ein sowjeti­scher Berater in Mahabad ein, der, der neuen Armee bei der Ausbil­dung ihrer Kader helfen sollte. Nach dem berühmten Sultan des Mit­telalters benannt, war der Hauptmann selbst sowjetisch-kurdischer Herkunft und wurde in der Mahabad- Armee mit dem Rang eines Obersten bekleidet in einem beziehungsreichen Wortspiel bald all­gemein nur Kakagha genannt, nach den kurdischen Worten Kaka = älterer Bruder und Agha = hochmögender Herr.

Im Laufe des Frühjahrs wurde die kleine Armee aufgestellt und dann täglich hart gedrillt. Gefechtsausbildung, Schießen mit Gewehr und Maschinengewehr sowie Handgranatenwurf gehörten zu den regel­mäßigen Übungen.
Ein paar Dutzend Rekruten wurden auch in Schnellehrgängen als Fahrer der von den Russen gelieferten Kraft­fahrzeuge ausgebildet.
Allerdings fiel immer bescheidener aus, was die Sowjetunion an Mili­tärhilfe für den von ihr mitinitiierten Staat noch bereitstellte. An Fahrzeugen beispielsweise blieb es bei zehn Militärlastwagen russi­scher Bauart, zehn amerikanischen LKWs und zehn Jeeps; zusam­mengenommen nicht einmal ein Tropfen, den die Sowjets aus dem gewaltigen Materialstrom ableiteten, der während des Zweiten Welt­krieges aus den USA geflossen war.

Auch die von den Kurdenführern schon bei ihrem zweiten Besuch in Baku ganz obenan auf die Wunschliste gesetzten schweren Waffen wurden nie geliefert. Weder Panzer, die Ministerpräsident Baghirov vor ein paar Monaten mit allen brüderlichen Eiden versprochen hat­te, noch Geschütze erreichten je die Armee von Mahabad.

Selbst die zugesagten panzerbrechenden Waffen entpuppten sich bei ihrer Lie­ferung als nichts anderes als gewöhnliche Brandflaschen, sogenannte Molotow-Cocktails.
Bei den kurdischen Militärs gab es lange Ge­sichter. Aber immer dringendere Anfragen nach mehr und schwe­reren Waffen wurden von russischer Seite mit immer neuen Vertrö­stungen abgespeist.

Auch die erwartete finanzielle Hilfe kam nicht zustande. Und selbst der kurdische Wunsch nach einer stärkeren Radiostation, deren Sen­dungen im Gegensatz zu der bereits von den Sowjets gelieferten über das unmittelbare Staatsgebiet von Mahabad hinausdringen und auch die Kurden des Irak und der Türkei hätten erreichen können, wurde nicht zur Verfügung gestellt.

Offenkundig war Moskaus Schwung gebremst, war die Begeisterung für das kurdische Experiment erlahmt. Noch aber machten Ghazi Muhammad und sein Kabinett sich nicht deutlich, dass die Gründe, die, die Russen zu dieser unerwarteten Zurückhaltung bewogen, letztlich auch Gründe sein würden, die über die Zukunft der Kurden­republik entschieden.

Eine verdammt demoralisierende Wirkung

Immer stärker entwickelte sich Mahabad zum Mittelpunkt des kurdi­schen Erwachens, immer mehr wurde die Stadt zu einem Zentrum, das wie ein Magnet immer weitere Kräfte an sich zog. Aus den Bergen und den umliegenden Regionen kamen die Fürsten und Stammeshäuptlinge in die Stadt, um den Streitkräften des neuen Staates ihre Krieger anzubieten.

An die 12 000 Mann waren bald um und vor allem südlich von Mahabad, nahe der Grenze zum feindlich geson­nenen Persien, versammelt.
Der Stamm der Shikaks stellte 1300 Mann Kavallerie, die Tahir Khan, der Sohn des legendären und in der Gegend von Mahabad 1930 in einem persischen Hinterhalt umgekommenen Simko, befeh­ligte. Die verschiedenen Fraktionen der Herki brachten 1000 Reiter und 700 Mann Infanterie aus den Bergen.

Auch der alte Haudegen Hama Rashid, der sich noch vor ein paar Jahren in der Gegend von Saqqez und Baneh mit persischen Truppen herumgeschlagen hatte, stieß mit 300 Reitern zu dieser Armee aus kurdischen Stammeskrie­gern. Allen Stammeskontingenten wurde von der regulären Armee ein Verbindungsoffizier beigegeben, und auch ihre Versorgung übernahm Mahabad.

Der Kampfwert dieser Truppen war freilich höchst unterschiedlich. Westliche Reisende hatten zwar in romantisierenden Berichten im­mer wieder von brillianten Reiterkunststücken der kurdischen Stam­meskrieger berichtet, die auch noch meisterhaft mit der Lanze umzu­gehen vermochten. Und tatsächlich hatte die kurdische Kavallerie schon bei vielen Gelegenheiten gegen reguläre Einheiten Erfolge davongetragen.

Aber seit gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts das Repetiergewehr den Infanterieeinheiten eine schnelle Feuerfolge erlaubte und damit der angreifenden Kavallerie weitgehend ihre Überlegenheit nahm, mussten sich auch die kurdischen Kampfeinhei­ten umstellen. Nun genügten nicht mehr verwegene Reiterkunst und Wagemut, jetzt mussten straffe Disziplin und überlegene Führung Er­folge bringen.

Und das gerade machte die von den Stämmen gestell­ten Einheiten in ihrem Kampfwert so unterschiedlich. Immerhin hatten einige Stämme und ihre Führer neue Taktiken ent­wickelt, die den regulären Truppen der jeweiligen Gegner schwer zu schaffen machten. Der bereits zitierte persische Offizier und Histori­ker Hassan Arfa, der zwischen 1920 und 1960 immer wieder gegen rebellierende Kurden eingesetzt wurde, berichtet in seinen Memoi­ren sehr eindrucksvoll über diese Kampfweise:

»Obwohl die große Mehrheit der Stammeskrieger immer noch auf den robusten kleinen Kurdenpferden angriff, kämpften sie doch nicht mehr mit den typischen Reiterwaffen, der Lanze und dem Schwert, sondern sie suchten den Nahkampf und verwendeten dann auch ihre gefährlichen Dolche. Beim Angriff stürmten sie gewöhnlich in offener Schlachtordnung so schnell und so nah wie möglich an den Feind heran, saßen ab und kämpften mit ihren Gewehren und Pisto­len weiter. Manchmal stürmten sie auch zu zweit auf einem Pferd heran. Dann saß nur einer ab, arbeitete sich von Deckung zu Dec­kung vor, feuerte, während der zweite eilends wieder nach hinten ga­loppierte, um bald wieder mit einem anderen Kämpfer heranzupre­schen. Ich habe auch erlebt, dass diese Männer heranbrausten und ohne zu zielen feuerten, einfach um unsere Soldaten in Furcht und Schrecken zu versetzen und sie zu demoralisieren. Ihre übliche Tak­tik war, ihre Feinde durch die Besetzung aller umliegenden Hügel und Erhebungen einzuschließen und dann immer weiter herabzustei­gen und so den Ring enger zu ziehen, bis zur Vernichtung oder Kapi­tulation ihrer Feinde.«

»Obwohl ich«, so erinnert sich der persische Kurdenjäger, »1921/22 gegen die Shikaks kämpfte, 1927 gegen die Marivani und 1942 gegen Hama Rashid, war ich nur einmal Zeuge eines Angriffs mit ausge­sprochenem Nahkampf, und das war am Morgen des 24.Juli 1922 während der verzweifelten kurdischen Attacken auf die Stellungen des Pahlevi- Infanterieregiments.
Mit unaufhörlichen Schlachtrufen griffen sie an ähnlich wie die Araber, die beispielsweise bei den al­gerischen Angriffen gegen die Franzosen pausenlos ihr Yu, Yu, Yu skandierten. Die kurdischen Frauen fielen in dieses Schlachtgebrüll ein, sobald die Kämpfe in die Nähe von Dörfern oder Lagern führ­ten, und das hatte eine verdammt demoralisierende Wirkung.«

Hilfe aus dem benachbarten Irak

Als erfahrenste, schlagkräftigste und disziplinierteste Truppe unter den 12 000 Stammeskriegern galt nun allen Beobachtern, und das wurde auch von den nachfolgenden Ereignissen bestätigt, jenes Kontingent, das unter der Führung Mulla Mustafa Barzanis stand. Der energische und bislang begabteste militärische und politische Kopf der irakischen Kurden hatte im heimischen Barzan- Gebiet, im Nordirak nahe der türkischen Grenze gelegen, gerade wieder ein­mal eine Revolte gegen Bagdad und die verbündeten britischen Streitkräfte durchgefochten.

Die Unruhen waren im April 1945 aus­gebrochen. Im September hatten sich Barzanis hervorragend trainier­te Einzelkämpfer vor dem Druck überlegener irakischer Kräfte und nach dem rücksichtslosen Einsatz von Bombenflugzeugen der Royal Air Force zurückziehen müssen. Der Ausweg ins benachbarte Kur­dengebiet der Türkei schien Mulla Mustafa wegen der von ihm schon früher mehrfach erlebten Kampfkraft und Kurdenfeindlichkeit der türkischen Armee wenig ratsam.

Und überdies übte die Kunde von den kurdischen Unabhängigkeits­bestrebungen um Mahabad - in einem weder von britischen noch so­wjetischen Truppen besetzten und von der persischen Armee weitge­hend entblößten Raum, magische Anziehungskraft auf den nach politischer Entfaltung drängenden Barzani aus.

So war es bald be­schlossen: Mit 3000 Waffenträgern, von denen die 1200 besten dem persönlichen Befehl Mulla Mustafas unterstanden, und mit den da­zugehörenden Frauen und Kindern im Tross zogen die Barzanis noch rechtzeitig vor dem hereinbrechenden und alle Bewegungen er­schwerenden Winter über die persische Grenze. Insgesamt waren es an die 12 000 Menschen, die dem Kurdenführer in ein Exil folgten, das der politischen Bewährung dienen sollte.

Den Barzanis hatten sich mehrere kurdische Offiziere der Irak- ­Armee angeschlossen, die aus Begeisterung über die nationale Erhe­bung von ihren Einheiten dersertiert waren. Zu ihnen gehörte auch Hauptmann Abdul Aziz Gilani, der älteste Sohn des bis dahin ein­flussreichsten irakischen Kurdenfürsten Scheich Abdullah.

Vor dem Auftreten Ghazi Muhammads in Mahabad hatte man allgemein die Abdullahs als die zukünftigen Führer der kurdischen Sache be­trachtet.
Zu befürchtende Rivalitäten zwischen den beiden um die Führer­schaft konkurrierenden Familien wurden von den Russen ohne Zö­gern auf das gekonnteste ausbalanciert: Kaum war Hauptmann Aziz mit den Barzanis in Mahabad eingetroffen, wurde er auch schon für eine gehobene Ausbildung an einer sowjetischen Militärakademie ausgewählt und damit vom Zentrum des Geschehens entfernt.

Die russischen Drahtzieher versprachen sich davon doppelten Nutzen: Einerseits konnte Aziz nun die Kreise Ghazi Muhammads, auch wenn er es gewollt hätte, nicht mehr stören. Andererseits hatte man mit dem prominenten Offiziersschüler auch das geeignete Unter­pfand für das Wohlverhalten von Scheich Abdullah im Irak.

Gleichzeitig sorgte die sowjetische Regie dafür, dass auch der zwei­fellos mit charismatischer Ausstrahlung begabte Barzani nicht zu schnell an Einfluss gewinnen konnte. Während des letzten Besuches der Kurdenführer in Baku hatte sich Baghirov in dunklen Andeutun­gen darüber ergangen, Mulla Mustafa wechsle möglicherweise in britischem Auftrag über die Grenze nach Persien, um das Experiment von Mahabad im Sinne Londons zu beeinflussen und die Gründung eines eigenen Kurdenstaates zu verhindern.

Mit hoher Intelligenz und dem den Großmächten damals wie heute eigenen ruchlosen Um­gang mit den Lebensinteressen kleinerer Völker hatte das russische Einflussschach also seine Bauern verschränkt ins Feld gebracht. Objektiven Beobachtern hätte allerdings schon damals auffallen kön­nen, dass einer dieser Bauern mit untrüglichem Instinkt und angebo­renem taktischem Wirklichkeitssinn das Spiel durchschaute und für sich zu nutzen verstand.

Kaum war nämlich der »britische Agent« Barzani in Mahabad angelangt, galten seine ersten Antrittsbesuche den sowjetischen Beratern und Offizieren. Sie waren es, die, die Un­abhängigkeit der Republik von Mahabad garantieren würden, oder auch nicht.

Mulla Mustafa setzte also auf die russische Karte. In mehreren Ge­sprächen suchte er die sowjetischen Offiziere davon zu überzeugen, dass er ihr Mann sei. Kritikern einer zu engen Allianz mit der Sowjet­union pflegte er zu antworten, nur diese könne den Bestand einer kurdischen Republik garantieren.

Das Argument, die USA und Großbritannien würden sich niemals mit der Existenz eines Kurden­staates von Rußlands Gnaden abfinden, konnte ihn nicht überzeu­gen. Erst einige Monate danach, als es zu spät war, ging ihm auf, nach welchen Gesetzen sich das Schicksal der Republik von Maha­bad entschied.

Sein Hauptquartier richtete der im März 1946 zu einem von insge­samt vier Generälen der kurdischen Armee ernannte Mulla Mustafa in einem Gebäudekomplex im Zentrum Mahabads ein, der heute ein einfaches Hotel beherbergt.

Jafar Abdul Javid, dem ich 1979 dort be­gegnete und dem das Hotel gehörte, wusste noch von der einstigen Atmosphäre zu berichten: »Die Barzanis hatten ein ganz anderes Auftreten als die Kurden von Mahabad.
Sie waren viel selbstbewuss­ter, absolut siegessicher und hatten überhaupt keine Bedenken im Hinblick auf die Zukunft. Sie waren sich der Tatsache völlig bewusst, dass sie mit ihren erfahrenen Kriegern die Elite der Armee der Repu­blik darstellten, aber dennoch empfanden wir ihr Auftreten nicht als arrogant.«

Mulla Mustafa hatte auch darauf geachtet, einen Teil seiner Streit­macht mitten im Zentrum des Geschehens bei sich zu haben. Von Präsident Ghazi Muhammad erwirkte er die Zustimmung, 1000 Leu­te seiner Gefolgschaft in der Stadt unterzubringen.

Die übrigen Stammeskrieger sowie die Frauen und Kinder wurden auf die Dörfer und Ebenen südlich und westlich Mahabads aufgeteilt. Der Barzani-Clan selbst bezog in dem Ort Nagadeh Quartier einer trostlosen Ansiedlung, die im Schicksal der Barzanis 30 Jahre später noch einmal eine Rolle spielen sollte.

Im Frühjahr 1975 floh der nun über 70 jährige Kurdenführer von seinem irakischen Stammessitz und Hauptquartier erneut nach Nagadeh, nachdem der von Henry Kis­singer und Richard Nixon inspirierte und dann schmählich im Stich gelassene Kurdenkrieg der Jahre I974 und 1975 zusammengebro­chen war. Barzani gewährte mir damals, aller Illusionen beraubt und im Bewusstsein seines Scheiterns nach mehr als einem halben Jahr­hundert fast ununterbrochenen Partisanenkampfes gegen Iraker, Türken und Perser, das letzte Interview, das er vor seiner schweren Krebskrankheit und seinem Tod einem Journalisten gab.

Diese Meister des Gebirgskrieges

Im März 1946 jedoch war Mulla Mustafa der kämpferischste und ungeduldigste aller in Mahabad versammelten Kurdenführer. Wäh­rend im Laufe jenes Monats bedingt durch Organisation und Aus­bildung, die Truppe der Republik erst langsam Gestalt annahm, drängten die Barzanis ungestüm auf die Auseinandersetzung mit der persischen Armee, die am Südrand des Kurdenstaates in Saqqez, Zerdesht und Baneh Verbände zusammengezogen hatte oder Stütz­punkte unterhielt.

Ziel der Kurden war es, mit militärischen Kräften nach Süden auszugreifen, um auch die unter iranischer Herrschaft und unter britischer Besatzung verbliebenen Stammesbrüder in den Provinzen Kurdistan und, noch weiter im Süden, in Kermanschah zu befreien und der Republik anzuschließen.

Als Ende April zwei Bataillone der persischen Armee bei Saqqez in das Territorium der Republik eindrangen, um dort bewaffnete Auf­klärung zu betreiben, stellten ihnen Barzanis trainierte Bergkrieger eine der in jahrzehntelangen Scharmützeln mit türkischen und iraki­schen Verbänden erprobten Fallen.

»Diese Meister des Gebirgskrie­ges«, wie sie nach leidvollen Erfahrungen der britische Militärgou­verneur des Mandatsgebietes Irak, Generalleutnant Sir Rowan­ Robinson, nannte, konnten stunden- oder auch tagelang bewegungs­los in ihren Stellungen und Posten im Hinterhalt ausharren, so lange, bis die ganze feindliche Truppe in der Falle saß. Sie griffen nur an, wenn sie aus guter Deckung heraus schießen und so ihre Verluste niedrig halten konnten.

Im Niedrighalten der Verluste liegt das Ge­heimnis unserer Kriegsführung«, fasste mir gegenüber ein paar Jahr­zehnte später ein kurdischer Bataillonskommandeur an der Ruwan­duz- Front die oberste Maxime dieser Taktik zusammen.

Das bekamen nun auch die leichtfertigen Perser zu spüren. Nachdem sie sich bei Quahrawa in trügerischer Ruhe zur Rast niedergelassen hatten, brach der kurdische Angriff über sie herein. Die Perser erlit­ten schwere Verluste und zogen sich fluchtartig wieder nach Saqqez zurück.

»Die Barzanis gaben ihnen den Marschbefehl«, kommentier­te UN-Diplomat Derek Kinnane spöttisch. Das gleiche Schicksal bereiteten Barzanis Peshmerga auch einer an­deren Einheit, die unter Führung des in Sanandadsch als Kurde gebo­renen persischen Hauptmanns Khosravi stand. Als diese Einheit am 20. Mai eine Aufklärungsabteilung Barzanis im Raum von Saqqez stellen wollte, schlugen die Kurden zu.

Wieder hatten die Perser hohe Verluste, auch Hauptmann Khosravi fiel. Als Beobachter der Vorgänge um Mahabad urteilte der US-Diplomat Eagleton nüch­tern: »Die Kampfmoral der in diesem Raum stationierten iranischen Truppen sank noch um einiges tiefer.« Insgesamt 5000 Mann hatten die Perser unter dem persönlichen Be­fehl des Generalstabschefs, Generalmajor Razmara, versammelt.

Un­terstützung durch Panzer, Artillerie und Luftwaffe stand zur Verfü­gung. Demgegenüber hatten die Kurden an die 13 000 Krieger zwischen Saqqez und der irakischen Grenze aufgeboten, darunter Barzanis Elitetruppen. Allerdings verfügten sie nur über wenige Ge­schütze, über keinerlei Panzer und Luftstreitkräfte.
Und was ihre russischen »Freunde« an ursprünglich zugesagten Panzervernich­tungsmitteln geliefert hatten, stellte sich zur großen Enttäuschung, wie erwähnt, als primitive Molotow-Cocktails heraus.

So musste ungewiss bleiben, wie eine Entscheidungsschlacht zwischen den kurdischen und persischen Verbänden letztendlich ausgehen mochte.

Zunächst allerdings schienen sich friedliche Lösungen anzu­bahnen - oder spielten die Perser, die nun nach dem Ende des Zwei­ten Weltkrieges - nach langer Besetzung durch Briten und Sowjets - erst wieder darangingen, ihre eigene Souveränität wiederherzustel­len, nur auf Zeitgewinn?

Jedenfalls empfing Generalmajor Razmara eine gemischte kurdisch­aserbaidschanische Kommission, um mit ihr über die Offenhaltung der Verbindungswege zu den persischen Garnisonen in Baneh und Zerdesht zu verhandeln. Der kurdische Verhandlungsleiter hatte ein paar Tage vorher die Öffnung dieser Straßen arrangiert, aber die Perser legten Wert auf die schriftliche Anerkennung des freien Ge­leits zu ihren Garnisonen.

Am 3. Mai kam die Vereinbarung tatsäch­lich zustande: Den Kurden sollte eine ständige Vertretung in Saqqez zugestanden werden. Sie dagegen verpflichteten sich, ihre Verbände bis auf drei Kilometer nördlich der Stadt und vier Kilometer von den Verbindungsstraßen zurückzunehmen. Das Dokument bedurfte al­lerdings noch, darauf bestanden die kurdischen Unterhändler, der Ratifizierung durch die Regierung der Republik von Mahabad.

Man sah darin kurdischer seits eine Art Anerkennung der dort geschaffe­nen Tatsachen. So blieb es einstweilen beim Aufmarsch beider Seiten. Die geplante kurdische Offensive nach Süden wurde von der Führung in Mahabad gegen Barzanis Drängen zurückgestellt.

Die Republik von Mahabad - ein »Musterländle« ?

In der Republikhauptstadt hatte sich inzwischen der neue Staat wei­ter konsolidiert. Und er entwickelte sich ganz anders als die durch und durch stalinistisch geprägte Nachbarrepublik von Aserbei­dschan. Während dort Verstaatlichung, Polizeiherrschaft und Gesin­nungsterror um sich griffen, entfaltete sich in Mahabad zum ersten Mal in der kurdischen Geschichte ein wirtschaftlich und politisch freies Leben dieses Volkes.

Die Regierung finanzierte sich aus Steuern, die Demokratische Par­tei aus ihren Mitgliederbeiträgen sowie aus Spenden der auf sichtbare Loyalitätsbeweise bedachten reichen Familien und Stammeshäuptlin­ge. Der Basar blühte unter dem Handel mit teilweise aus dem Irak geschmuggelten und bis nach Täbris, ja selbst nach Teheran verkauf­ten Gütern. Eine im Januar in Aserbeidschan aufgenommene Staats­anleihe war von den Kurden bereits in Form von Zucker aus der Raf­finerie in Miandoab zurückgezahlt worden. Die Bürger der Republik konnten, ganz im Gegensatz zu denen in Aserbeidschan nach Be­lieben ein und ausreisen.

RAPPORT DE
Y'BECCA
SUR L'HISTOIRE RÉELLE KURDE




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yanis la chouette



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MessageSujet: Re: SHEX MAHMUD NAMIR, Ağrı et RÉPUBLIQUE DE MAHABAD.   Lun 19 Mar à 4:24


Das Waffentragen war jedem Bürger er­laubt, und in dem ganzen Jahr ihres Bestehens brachte es die kurdi­sche Militärpolizei lediglich auf fünf Festnahmen. Es gab keinerlei Pressezensur. Die ersten Schulbücher für den Unter­richt in kurdischer Sprache waren geschrieben, gesetzt und zum Druck vorbereitet. »Radio Kurdistan« sendete täglich sechs Stun­den, aber auch das Hören fremder Sender war erlaubt.

Qazi Muhammad15. Dezember 1945: Ausrufung der Volksrepublik Kurdistan in Mahabad durch Präsident Qazi Mohammed auf dem Car-Cira-Platz (Vier-Lampen-Platz) Der Einfluss der Russen sank auf Null. Zwar waren nach sowjetischem Vorbild auch ein Frauen- und ein Jugendverband der Partei gegründet worden, und an teils geschmackloser Glorifizierung der »großen So­wjetunion« und der »ruhmreichen Sowjetarmee« ließen es kurdische Sprecher ebenfalls nicht fehlen, aber Begriffe wie Sozialismus, Mar­xismus-Leninismus, Landverteilung oder Enteignung kamen in den offiziellen Erklärungen nicht vor.

In den Beamtenstuben des neuen Staates prangte nur selten ein Sta­lin- Bild, dafür um so häufiger das Porträt des Präsidenten Ghazi Mu­hammad, gerahmt von den Farben der ehemaligen Komala.

Überall sah man Landkarten von Großkurdistan, auf denen sich die Republik von Mahabad nur wie ein kleiner Farbtupfer, wie ein kurdisches Pie­mont, ausnahm.


Die Bevölkerung lebte völlig im nationalen Traum, den auch die Nationalhymne in seiner ganzen territorialen Weite be­schwor. Neben dem Volkstum war es das Öl, das die Grenzen des kurdischen Traums bestimmte. So hieß es in der Hymne:

Naflim awi zhiana
La Sert u Kermanshana
Baba Gurgur dazana
La Muslish da hamana

In freier Übertragung bedeutet dies:

»Unser Öl ist unser Lebenssaft
Von Sert [in der Türkei] bis Kermanschah [Persien]
In Baba Gurgur [bei Kirkuk im Irak] ist es unsre Kraft
Auch in Mosul [Irak] ist es da«

So sehr waren die Kurden in ihren Träumen befangen, dass praktisch keiner von ihnen bemerkte, dass es auch bei dem Tauziehen der Mächte um sie herum um wenig anderes als um den »Lebenssaft« Öl ging.

Dabei lag die Vorgeschichte klar zutage: Schon zu Beginn des Jahr­hunderts hatten sich Russland und England im Norden und Süden des Iran Interessenzonen gesichert und waren damit gemeinsam dem damals rasch wachsenden wirtschaftlichen Einfluss des Deutschen Reiches entgegengetreten.

Erst 1921 hatten die Bolschewiken nach einem Vertragsschluss Persien wieder geräumt und dort auf nahezu alle Rechte verzichtet. Den Briten dagegen war es gelungen, die ih­nen gewährte Ölkonzession aus dem Jahr 1909 zu behalten und sie durch die »Anglo-Iranian Oil Company« nutzen zu lassen. Zu Be­ginn der dreißiger Jahre jedoch hatte Teheran im Zuge der von Schah Reza I. betriebenen Politik die Konzession kurzfristig widerrufen und sie den Engländern erst 1933 zu veränderten Bedingungen wie­der eingeräumt.
Als nun nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Verhältnisse im Iran sich wieder zu normalisieren begannen, blickten die Briten und mit ihnen der ganze Westen misstrauisch auf die Versuche der So­wjetunion, nun ihrerseits in Persien wieder Einfluss zu gewinnen und sich dort, nicht zuletzt erhoffter Ölkonzessionen wegen, erneut fest­zusetzen.

Erdöl und kalter Krieg

Diese Hintergründe waren den Führern der Republik von Mahabad offenbar nicht geläufig. Auch dass Moskau schon im Herbst 1944, während es fleißig seine aserbaidschanischen und kurdischen Bauern für das kommende Spiel bereitstellte, von Teheran Bohrrechte für ganz Nordpersien verlangte, hatte die kurdischen Politiker nicht stutzig gemacht.

Die Regierung des Iran hatte damals unter Beru­fung auf einen früheren Kabinettsbeschluss die Diskussion über Erd­ölbohrrechte bis nach Kriegsende vertagt. Und nur weil der Weg zu den begehrten Ölkonzessionen bis Mitte 1945 blockiert war, wandte sich die Sowjetunion dem Experiment des aserbaidschanischen und kurdischen Separatismus zu und stieß gerade deswegen auf den stärksten Widerstand der wieder souverän gewordenen und auf staatliche Integrität bedachten persischen Regierung.

Während in Mahabad die Kurden ihren ersten Staat aufbauten und der ganzen Welt eifrig zeigten, dass sie zur Selbstverwaltung imstande waren, kämpfte Teheran auf diplomatischem Feld erbittert um seine gefähr­deten nordwestlichen Provinzen.

Die Alliierten, die 1941 in Persien eingefallen waren, hatten bei Kriegsende Teheran die Räumung des Landes bis Anfang März 1946 zugesagt. Während aber die Sowjettruppen in Aserbeidschan sogar noch verstärkt wurden und russische Berater sich daran machten, die kurdische Armee in Mahabad zu drillen, hatten lediglich die US- ­Truppen den Iran schon am 31. Dezember 1945 wiederverlassen, und am 2. März 1946 räumten auch die Briten ihre letzte Garnison.

Aufforderungen und Bitten Teherans an die sowjetische Adresse, nun gleichfalls das Territorium des Iran zu verlassen, blieben ebenso er­folglos wie dringende Ermahnungen Washingtons und Londons an den Verbündeten von gestern. Aber die USA unter ihrem neuen Prä­sidenten Harry S. Truman waren mit dem von ihnen geschaffenen In­strument der Vereinten Nationen darauf aus, als führende Weltmacht den durch die deutsche Niederlage gewachsenen russischen Einfluss einzudämmen und stellten sich mit ihrem ganzen Gewicht hinter die persischen Forderungen.

Als die iranische UN-Vertretung gerade zwei Tage nach Gründung des Sicherheitsrates und noch ehe sich dieser eine Geschäftsordnung gegeben hatte, am I9. Januar I946 als ersten Antrag in der Geschichte jener Institution eine Beschwerde ge­gen »die Einmischung der Sowjetunion in die inneren Angelegenhei­ten des Iran« einbrachte, unterstützten die USA und in ihrem Gefol­ge auch London und Paris diesen Antrag. Im März überreichten die amerikanischen und britischen Geschäftsträger in Moskau ernste Protestnoten, und selbst de Gaulle appellierte persönlich an den Kreml.

Der Sicherheitsrat, den Persien am 18. März und am 2. April erneut anrief, konnte sich zwar nicht zu einer zwingenden Entscheidung ge­gen die Sowjets aufraffen, aber der Druck, der auf diese Weise durch nahezu die gesamte öffentliche Meinung ausgeübt wurde, ließ Mos­kau, das seine weltweite Isolierung befürchten musste, nicht gleich­gültig.

Als dann auch noch der im Januar an die Spitze der persischen Regierung getretene Ministerpräsident Ahmad Quavam in der Frage der Erdölrechte Moskau Entgegenkommen in Aussicht stellte, schal­tete im April die sowjetische Mittelostpolitik erneut auf einen ande­ren Kurs.

Man entschloss sich, jedenfalls bis auf weiteres, die Unterstützung der aserbaidschanischen und kurdischen Selbständigkeit aufzugeben und statt dessen durch ein Arrangement mit Teheran wieder Einfluss auf ein ungeteiltes Persien und vor allem die begehrte Ölkonzession zu erhalten.

»In sowjetischer Betrachtungsweise«, so schrieb der amerikanische Mittelostexperte J.C. Hurewitz 1956 in einer Akten­publikation, »handelte es sich ohnehin nur um zwei verschiedene Wege zum gleichen Ziel >in der allgemeinen Richtung auf den Persi­schen Golf<.«

Ende März hatte Quavam die Verhandlungen mit den Sowjets end­gültig um das Thema Öl gruppiert. Außenminister Gromyko kündig­te auf dem Höhepunkt der Krise an, die sowjetischen Truppen wür­den den Iran innerhalb von sechs Wochen verlassen, »es sei denn, es ergäben sich unvorhergesehene Umstände«. Damit war offenkundig das Gelingen oder Scheitern des Ölvertrages gemeint.

Aber schon am 4. April traten Quavam und der Sowjetbotschafter I.G. Sadchikov in Teheran vor die Presse und gaben die Einzelheiten der verabredeten Bildung einer »Iranisch-Sowjetischen Ölgesellschaft« bekannt. Das Abkommen war auf 50 Jahre angelegt, sollte also I996 auslau­fen. In den ersten 25 Jahren sollten die Russen 51 Prozent, danach 50 Prozent der Anteile der Gesellschaft halten. Als eingebrachtes Ka­pital definierte der Vertrag für die iranische Seite die »ölreichen Ge­biete« Aserbeidschans und Persisch- Kurdistans, also ganz Nordwest­persien bis zur türkischen und irakischen Grenze.

Ein Kartenhaus fällt zusammen

Der Vertrag bedurfte allerdings - innerhalb einer Frist von sieben Monaten erst noch der Ratifizierung durch die Majlis, das Tehera­ner Parlament. Nachdem dies geschehen war, hatten die Russen er­reicht, was sie wollten, zumal ihnen Quavam auch noch durch die Aufnahme kommunistischer Tudeh-Abgeordneter in die Regierung weiter entgegenkam. Bedenkenlos wurden nun von Moskau die aserbaidschanischen und kurdischen Bauern geopfert. Aserbeidschan, so ließ Botschafter Sadchikov die Presse wissen, sei eine »innere Angele­genheit des Iran«, und zwischen Teheran und Täbris sollten friedliche Vereinbarungen über die Rückkehr Aserbaidschans als einer autono­men iranischen Provinz getroffen werden.

Das nichtkommunistische Regime von Mahabad ließen die Russen bei ihrem Kurden-Gambit noch unbedenklicher im Stich. Bei den Ölvereinbarungen wurde es nicht einmal mehr erwähnt.
Der US-Botschafter in Moskau schrieb damals: »Der Zusammen­bruch des aserbaidschanischen und mit ihm des kurdischen Karten­hauses war ein großer Sieg für die Politik der Vereinten Nationen, und für eine entschlossene Haltung gegenüber der Sowjetunion.« Mit prophetischem Blick, aktuell auch für die achtziger Jahre, fuhr der Botschafter fort: »Man darf allerdings nicht glauben, dass sich der Kreml mit dieser demütigenden Niederlage abfinden wird.

Er wird vielmehr seine Bemühungen nicht nur auf Ölkonzessionen richten, sondern auch auf politischen (und strategischen) Einfluss im ganzen Iran.«

Geschmeidig passten sich nun die sowjetischen Marionetten in Täbris dem neuen Kurs Moskaus an. In seiner Eigenschaft als Premier der Republik erklärte Genosse Pishevari ohne mit der Wimper zu zucken, Vereinbarungen mit Teheran seien »leider« notwendig gewor­den, »weil die Amerikaner und die Briten Aserbeidschan benutzten, um unserem großen Freund, der Sowjetunion, ein Bein zu stellen«.

Verhandlungen zwischen den aserbaidschanischen Stalinisten und kommunistenfreundlichen Beauftragten der Regierung in Teheran kamen rasch in Gang. Auch die Tudeh-Partei spielte sich im ganzen Land durch die Organisation von Streiks und Demonstrationen im­mer mehr in den Vordergrund.

Das brachte allerdings die nationalen Minderheiten der Bachtiaren und der Quashquais im Süden Persiens auf den Plan. Nicht ohne Nachhilfe durch britische Stellen erhoben sich nun diese streng kon­servativ und moslemisch gesonnenen Stämme und verlangten von Te­heran das Ende der »Öffnung nach links«. Auch amerikanische Hilfsprogramme und Anleihen winkten. Im Ok­tober 1946 hatte Quavam die Zeichen der Zeit erkannt.

Er ließ die Tudeh-Mitglieder seines Kabinetts fallen und gruppierte die Regie­rung erneut um, diesmal nach einem auf strenge Unabhängigkeit von Moskau programmierten Kurs.

Inzwischen hatte sich auch die persische Armee von den Demütigun­gen der Besatzungszeit erholt und ließ sich von Quavam gerne in die Rolle des Entscheidungsträgers drängen. Am 27. November befahl der Ministerpräsident im Hinblick auf die bevorstehenden Parla­mentswahlen, Aserbeidschan und Kurdistan zu besetzen und jeden militärischen Widerstand zu brechen.

Es hatte schon etwas Rühren­des an sich, dass Ghazi Muhammad telegrafisch in Teheran gegen die Absicht protestierte, auch die Kurdische Republik von Mahabad zu okkupieren.
Im September noch hatte es der Ghazi bei Verhandlun­gen in Teheran in blindem Vertrauen auf die Treue der russischen Freunde abgelehnt, in den Schoß des persischen Kaiserreiches zu­rückzukehren.

Als aber nun die Truppen des iranischen Generalmajors Homayuni entschlossen gegen die Grenzen der beiden abtrünnigen Republiken vorrückten, begannen auch die Kurden an ihrem Rückhalt durch die große Sowjetunion zu zweifeln. In den ersten Dezembertagen eilte eine Delegation aus Mahabad in das aserbaidschanische Rezaiyeh, um dort den sowjetischen Konsul Hashimov, einen der Väter des Kurdenstaates, um klare Auskünfte über die Haltung Moskaus zu bitten.

Hashimov ließ aber die Kurden auch jetzt noch in dem Glau­ben, alles werde sich zum Guten wenden. Teheran beabsichtige, so erklärte er, nur kleinere Truppenkontingente zu entsenden und auch dies nur, um die geregelte Durchführung der bevorstehenden Wahlen zu gewährleisten. Anschließend würden die persischen Soldaten die beiden Republiken wieder räumen. So beschloss ein eilends einberu­fener »Kriegsrat« in Mahabad, eventuell vorrückenden persischen Truppen keinen Widerstand zu leisten.

Aber schon ein paar Tage spä­ter sollte sich zeigen, dass die Republik von Mahabad nur eine Funk­tion der aserbaidschanischen Republik war. Am Abend des 13. Dezember marschierten die ersten persischen Ein­heiten in deren Hauptstadt Täbris ein, ohne daß die Sowjets einen Finger rührten, das System ihrer stalinistischen Ziehkinder zu retten.
Bereits am Tag zuvor hatten über Pishevaris Geheimpolizei und den ständigen Terror empörte antikommunistische Kräfte die Partei- und Regierungsstellen gestürmt.

Es war zu schweren Ausschreitungen ge­kommen. Zahlreiche Kommunisten wurden von der Menge umge­bracht. Den verhassten Ex-Erziehungsminister Muhammad Beria stöberte man im erstürmten russischen Krankenhaus der Stadt auf. Der Mob ergriff sein Opfer und schleifte es, an einen Jeep gebunden, zu Tode. Pishevari und die wichtigsten Mitglieder seiner Regierung hatten sich rechtzeitig in den Schutz der Sowjettruppen nach Baku abgesetzt.

Wie ein Blitz schlug nach dem plötzlichen Zusammenbruch des Re­gimes von Täbris bei den Kurden die Erkenntnis' ein, dass nun auch ihre Republik verloren war. Der I7. Dezember 1946 wurde zum Stichtag des sich erfüllenden kurdischen Schicksals.

Galgen auf dem Vier-Lampen-Platz

Ghazi Muhammad, nun nicht mehr in sowjetischer Generalsuni­form, sondern wieder im Zivilanzug, bestieg mit seiner Begleitung die schwarze
Sedan-Limousine, die ihm seine russischen »Freunde« ein Jahr zuvor geschenkt hatten. Die Entscheidung war gefallen. Ge­gen den Rat vieler und gegen die dringende Aufforderung Barzanis hatte sich der Ghazi entschlossen, nicht in den Irak oder über die so­wjetische Grenze zu fliehen, sondern bei seinem Volk zu bleiben, das er zu führen und zu beschützen geschworen hatte. Wie in alten Zei­ten wollte er dem Sieger außerhalb der Stadt entgegentreten und sich unterwerfen.

Über den tiefen Schnee des kurdischen Winters, viele Passstraßen im Bergland waren völlig zugeschneit, kroch die Limousine auf der in nordwestlicher Richtung von Mahabad nach Aserbeidschan führen­den Straße vorwärts. Nach 13 Kilometern, bei dem Dorf Gwey Ta­peh, traf man auf die Vorhut des Generals Homayuni.

Der Ghazi ließ anhalten und erwartete neben seinem Wagen stehend die Ankunft des Siegers. In korrekter Form wurde er von Homayuni aufgefor­dert, sein Fahrzeug zu wenden und mit den Truppen der iranischen Armee in Mahabad einzuziehen.
Am Nachmittag besetzten die Perser das wie verlassen daliegende Mahabad ohne Widerstand.

Auf dem Vier-Lampen-Platz, der nun schon zu einem Symbol geworden war, verkündete General Homa­yuni das Ende der Republik und ihre Wiedereingliederung in den Iran. Ghazi Muhammad erhielt Hausarrest. Andere kurdische Führer wurden gefangengesetzt.

Schon Tage zuvor hatte sich die Autorität der Regierung praktisch von selbst aufgelöst oder war an den während des einjährigen Beste­hens der Republik nicht beseitigten Gegensätzen zwischen Stammes­kriegern und städtischem Bürgertum, zwischen »Löwenmut« und »Opportunismus«, wirkungslos verpufft.

Wohl versuchten einzelne Stammesführer zu kämpfen, aber nur die Gaurik und die Zerza, schon von dem deutschen Armenienforscher Professor Lehmann­Haupt als besonders tapfer hervorgehoben, leisteten tatsächlich ver­einzelt Widerstand.
Aber ihre Hilfeersuchen an den Stamm der Shikak wurde von dessen in der Armee der Republik zum General gemachten Führer Amir Khan Sharifi mit der klassisch gewordenen Antwort beschieden, man könne nicht helfen, weil »die Pferde auf der Weide seien«.

Wieder andere, so Teile des Herki-Stammes, wollten noch zu den späten Sie­gern gehören. Ihre Pferde waren nicht »auf der Weide«, sondern die Herkis stürmten auf ihnen in die Ebene hinab, auf Rezaiyeh und Täbris zu, um auch noch das Ihre zum Fall der Nachbarrepublik Aserbeidschan beizutragen.

Langsam löste sich alles auf. Kleinere Trupps, die harten Kerne der Peshmerga, schlugen sich bei schlechtestem Wetter und tiefem Schnee bis in die Bergdörfer nahe der irakischen Grenze durch und fanden dort Unterschlupf.

Ghazi Muhammad und seine engsten Mitarbeiter dagegen ereilte ihr Schicksal. Anfang 1947 wurden der Präsident sowie der Verteidi­gungs- und der Innenminister Mahabads von einem persischen Mili­tärgericht wegen Aufruhr und Hochverrat zum Tode verurteilt.

Alle Möglichkeiten der Berufung und auch der Gnadenweg wurden von dem unversöhnlichen Schah Reza Pahlevi abgelehnt.

Zur glei­chen Zeit, in der die Sieger des Zweiten Weltkrieges mit der Wahl Nürnbergs als Schauplatz ihrer »Kriegsverbrecherprozesse« der ma­gischen Kraft geschichtlicher Orte Tribut zollten, bestand auch der Schah darauf, dass die kurdischen Delinquenten auf dem gleichen Vier-Lampen-Platz zu Tode zu bringen seien, auf dem sie ihre Los­lösung vom persischen Kaiserreich verkündet hatten.

Am späten Abend des 30. März hörten die Verurteilten Hammer­schläge, mit denen iranische Soldaten die drei Galgen auf dem Platz zusammenzimmerten. Im Morgengrauen wurden die Repräsentan­ten des ersten Kurdenstaates gehenkt. Fünf weitere Kurdenführer wurden im darauffolgenden Monat ebenfalls hingerichtet, 31 andere verschwanden in den Zuchthäusern des Schahregimes. Man hörte nichts mehr von ihnen.

Die Folgen der Niederlage

Mulla Mustafa Barzani, der noch am Tag vor dem Zusammenbruch von seinen außerhalb der Stadt stationierten Truppen nach Mahabad geeilt war, um auch den Präsidenten Ghazi Muhammad zur Flucht vor den anrückenden Persern zu überreden, hatte als erster begriffen, was geschehen war.

Die Entscheidung gegen die Kurden, so wurde ihm klar, war auf dem politischen und nicht auf dem militärischen Feld gefallen. Mitstreiter hörten ihn in bitterer Enttäuschung über die russischen Freunde von gestern bemerken: »Nicht von der iranischen Armee wurden die Kurden besiegt. Es war vielmehr die Sowjetunion, die von den USA und von Großbritannien besiegt worden ist.« Die Folgen der Niederlage waren für Mulla Mustafa und seine Leute freilich andere als für die persischen Kurden Mahabads.

Die Barzanis waren irakische Staatsbürger, und insofern konnte gegen sie von
Te­heran nicht der Vorwurf des Hochverrats erhoben werden. Das Schlimmste, so rechnete sich Mulla Mustafa aus, was ihm und seiner Gefolgschaft geschehen konnte, war die Ausweisung in die irakische Heimat.

In diesem Sinne besuchte er auch nach der Unterwerfung Ghazi Mu­hammads unter die persischen Truppen deren Oberkommandieren­den, General Homayuni, und schlug ihm vor, er und seine 12 000 Kämpfer und Stammesangehörigen würden in das heimatliche Barzan-Gebiet zurückkehren, wenn die britischen Mandatsherren des Irak und vermittels ihres Einflusses auch die Regierung in Bag­dad seine Sicherheit garantierten.

Welch starken militärischen Faktor die Barzanis in den Augen Ho­mayunis damals immer noch darstellten, kann man sicher an der Tat­sache ermessen, dass der Persergeneral dem aufrührerischen Kurden­führer die Abreise unter sicherem Geleit nach Teheran gestattete, um dort sein Anliegen direkt mit britischen Stellen zu verhandeln.

Mulla Mustafa brachte daraufhin mehr als einen Monat in Teheran zu, von den Engländern als deren Gast aufs angenehmste im dortigen Offi­zierskasino untergebracht.
Als die britischen Dienststellen aus Bag­dad endlich Bescheid erhielten, man könne den Kurden die ge­wünschte Garantie nicht geben, schlugen persische Politiker einen Ausweg vor. Die Barzanis, so entschied man in Teheran, sollten sich im Gebiet des Alvand-Massivs, westlich von Hamadan und unweit des zusammenhängenden Siedlungsgebietes der persischen Kurden, niederlassen und dort sesshaft werden.

Mulla Mustafa war geneigt, den Vorschlag anzunehmen, aber sein Bruder Ahmad, das offizielle Stammesoberhaupt, bei dem die letzte Entscheidung lag, lehnte ab. Das brachte erneut General Homayuni auf den Plan, der das Vorhandensein einer so starken bewaffneten Macht, wie Barzanis Krieger sie darstellten, im nordwestlichen und gerade erst mühsam befriedeten Grenzgebiet nicht hinzunehmen ge­dachte.

Homayuni besuchte den widerspenstigen Kurdenscheich Ahmad persönlich in Nagadeh und drang auf eine endgültige Ent­scheidung. Ahmad teilte ihm mit, die Kurden würden sich, auch ohne britische oder irakische Sicherheitsgarantie, mit Gewalt in ihre irakischen Stammesgebiete zurückkämpfen, sobald erst einmal der Frühling gekommen war.

Mit dieser vagen Aussicht war aber die Geduld des Persers erschöpft. Kurz und bündig ließ Homayuni die Kurden wissen, sie hätten jetzt zwischen drei Möglichkeiten zu wählen, und dies binnen 48 Stun­den:
1.Sie könnten trotz der winterlichen Unwegsamkeit des Geländes sofort in ihre irakische Heimat aufbrechen
2.Sie könnten die Waffen niederlegen und sich den weiteren persischen Anordnungen fügen

3.Oder sie könnten kämpfen.

Der General verließ Nagadeh mit der letzten Warnung, er kehre in zwei Tagen mit überlegenen Truppen­verbänden zurück, um die Entscheidung der Kurden zu erfahren. So geschah es.

Als er aber mit Infanterie und Panzern 48 Stunden später in dem bisherigen kurdischen Hauptquartier einrückte, waren Barzanis
12 000 Leute verschwunden. Kaum ein anderer Stamm der Region wäre dazu zu bewegen gewe­sen, sich im harten kurdischen Winter über zugeschneite Passstraßen ohne Versorgungsmöglichkeiten, bei nächtlichen Temperaturen bis zu 30 Grad unter Null, durch Schneestürme und Lawinen, die don­nernd zu Tal fuhren und alles unter sich begruben, mehr als 400 Kilo­meter in die angestammte Siedlungsregion durchzuquälen.

Aber die Barzanis folgten den Weisungen ihrer Führer. Die Kurdenkrieger schleppten auch noch die wertvollste Beute mit, die aus dem Desaster von Mahabad zu holen war: An die 3000 der besten Gewehre, 120 Maschinengewehre, zwei Feldgeschütze und große Mengen Handgranaten nahmen sie aus der den Persern abzu­liefernden Erbmasse der Armee von Mahabad mit in die Berge.

Schah Reza Pahlevi war unerbittlich

Zunächst blieben die wandernden Barzanis von den Truppen des Ge­nerals Homayuni unbehelligt. Dieser hätte den Aufenthalt in Win­terquartieren der Verfolgung der Kurden, die sich ohnehin aus sei­nem Befehlsbereich entfernten, vorgezogen. Aber Schah Reza Pahlevi im 1000 Kilometer entfernten Teheran war unerbittlich. Er bestand darauf, der ehemaligen Elitetruppe der separatistischen Re­publik von Mahabad eine Lektion zu erteilen.

Zuerst wollte man entsprechend der alten Taktik des »divide et impe­ra« die Herkis als kurdische Hilfstruppen gegen die Barzanis führen, aber ohne Erfolg. Mitte März trat die persische Armee selbst zum Angriff gegen die sich mühsam vorwärtsquälenden Trecks der Kur­den an.
Doch die Gelände- und Witterungsbedingungen ließen nicht mehr als Scharmützel zu. Fast täglich kam es aber zu Gefechtsberüh­rungen. Und jedes mal waren die Verluste der Perser weitaus höher als die der kurdischen Partisanen. Deshalb setzte Teheran auch noch die Luftwaffe ein. Mit Bomben und Bordwaffen wurden die sich zu­rückziehenden Barzani-Soldaten und vor allem der an den Hängen zusammengeballte Tross aus Frauen und Kindern angegriffen.
Erst Anfang April überschritten die Kurden die Grenze zum Irak und waren damit vor den Persern in Sicherheit. Einflussreiche kurdische Kreise in Bagdad hatten inzwischen die dortigen Machthaber wenigstens zu momentanem Stillhalten bewe­gen können. Unangefochten von irakischem und britischem Militär brachten Scheich Ahmad und Mulla Mustafa ihren Stamm Mitte April ins sichere Barzan-Gebiet.

Erschöpft und einer längeren Ruhe­periode dringend bedürftig, unterwarfen sich Ahmad, ein Teil der Kämpfer sowie die Frauen und Kinder den irakischen Militärbehör­den. Mulla Mustafa jedoch und mit ihm der harte Kern seiner
Peshmerga zogen es vor, zunächst abseits, im kaum kontrollierbaren Grenzgebiet zur Türkei, den weiteren Gang der Ereignisse abzu­warten.
Diese Vorsicht war nicht unbegründet.

Denn rasch sollte sich zeigen, dass die überwiegend aus Arabern gebildete Regierung in Bagdad, noch dazu durch die 1946 erfolgte Gründung der Arabischen Liga großarabisch inspiriert, ebensowenig zur Nachsicht gegenüber der unruhigen kurdischen Minderheit neigte wie das haschemitische Kö­nigshaus des Landes.

Noch minderjährig war König Feisal II. 1939 seinem tödlich verunglückten Vater Ghazi I. in der Regentschaft ge­folgt. Nun, da sich Feisal und die großarabischen Nationalisten ganz Herr der Lage fühlten, wurde die kurdische Minderheit im Parla­ment völlig kaltgestellt.

An den mit Barzani aus Persien zurückgekehrten irakischen Offizie­ren, die als Kurden in der Armee von Mahabad gedient hatten, statu­ierte man kurzerhand ein Exempel: Ein Militärgericht verurteilte die Offiziere zum Tode, in Bagdad wurden sie öffentlich gehenkt. Unter den Opfern war auch Hauptmann Izzat Abdul Aziz, den nicht einmal seine frühere Position als Adjutant des Kronprinzen retten konnte.

Mulla Mustafa, schon damals durch weitreichende Verbindungen über die Pläne Bagdads bestens informiert, sah immer klarer, dass auch ihn die Racheengel verletzter arabischer Eitelkeit ereilen wür­den.
Mitte Mai 1946 entschloss er sich abermals zur Flucht. Die Rückkehr in den Iran, wo seine Leute erst jüngst das Blut persischer Offiziere und Soldaten vergossen hatten, war ausgeschlossen. Und auch die Türkei würde einen durch und durch aufrührerischen Kur­denführer bestimmt nicht in einem Gebiet willkommen heißen, das türkisches Militär gerade wieder einmal rücksichtslos »enttribali­sierte«.

Der lange Marsch in die Sowjetunion

So blieb als einziges Land, in dem Mulla Mustafa und seine Getreuen auf Asyl hoffen durften, die Sowjetunion, der Verbündete von ge­stern. Sowjetkonsul Hashimov soll es gewesen sein, der beim Zusam­menbruch der Republik von Mahabad dem Kurdengeneral versichert hatte, die Sowjets würden ihm und seinen Kriegern jederzeit Sicher­heit und Gastfreundschaft gewähren. Um den 20. Mai gab Mulla Mustafa seine Absicht der Stammesver­sammlung bekannt. Wer mit ihm ziehen wolle, so ließ er wissen, und wessen Dienste in der Familie nicht unbedingt benötigt würden, der könne ihn begleiten.

Viele der Freiwilligen, die sich daraufhin melde­ten, wurden von Barzani als ungeeignet zurückgewiesen. Er wählte nur absolut ergebene, körperlich leistungsfähige und kriegserfahrene Männer aus. An die 500, einige Quellen sprechen von annähernd 800 Männern, waren schließlich beisammen. Am frühen Morgen des 27. Mai brach die Kolonne nach Norden auf.

300 Kilometer gefährlichen Marsches lag vor ihr. Alle Männer gin­gen zu Fuß, auch Barzani selbst, und trugen ihre Waffen und die be­nötigte Ausrüstung bei sich. Lediglich ein paar Pferde und Maultiere wurden zum Transport der Maschinengewehre, der Lebensmittel­vorräte und später auch der Verwundeten mitgeführt. Im Osten sahen die Flüchtenden den schneebedeckten Gipfel des Dalanpar.

Es war kaum drei Jahre her, dass sich dort oben Kurden­führer aus der Türkei, dem Irak und aus dem Iran gegenseitige Hilfe geschworen und ihren Traum vom Einheitsstaat der Kurden verkün­det hatten.
Nun schien dieser Traum weiter entfernt denn je. Noch am Tag ihres Aufbruchs passierte Barzanis Kolonne die Grenze zur Türkei, schon am nächsten Morgen drang sie, dem Tal des Ter­gawar folgend, auf persisches Territorium ein und bewegte sich nun durch das Somai-Tal, an den Orten Shapur und Quotur vorbei im­mer weiter nach Norden, irakische und persische Späher dicht auf den Fersen.

Auch den Persergeneral Homayuni erreichte der Bericht von diesem Kurdenzug. Kaum So Kilometer von Mulla Mustafa ent­fernt wartete Homayuni gerade in der Stadt Khoi auf die Ankunft seines Kaisers.
Schah Reza Pahlevi hatte sich nämlich in diesen Tagen zu seiner er­sten Reise in die wiedergewonnenen Gebiete des iranischen Nordwe­stens entschlossen. Über die neuerliche kurdische Provokation, als die er den bewaffneten Marsch in Richtung sowjetischer Grenze empfand, war der Schah außer sich.
Er befahl die sofortige militäri­sche Verfolgung der Kolonne.
Im Quotur-Tal sollten zwei Infante­riebataillone den Marsch der Kurden aufhalten, sie zum Kampf stellenund vernichten. Andere Truppen wurden in Eilmärschen weiter nordwärts vorausgeschickt.

Aber der Erfahrung und dem Können der kurdischen Partisanen wa­ren die iranischen Einheiten nicht gewachsen. Am 3. Juni wurde ein Kurdentrupp bereits weit nördlich von Quotur gesichtet. Damit war es klar: Wieder war Mulla Mustafa durch die engen Maschen des persischen Netzes geschlüpft. Der Schah, der sich noch immer in der Gegend aufhielt, gab erneut persönlichen Befehl, die Barsanis unver­züglich zu stellen und anzugreifen.

Den Kommandeuren seiner Truppen drohte er mit dem Kriegsgericht. Aber die Kurden tauchten in dem zerklüfteten Gebiet nordwestlich von Khoi aufs neue unter. Das Gelände setzte ihnen mehr zu als die nachsetzenden persischen Truppen. Denn die Felsschlünde des Moro-Berges boten zwar Sicherheit vor den Flugzeugen der Verfol­ger, aber an den Seilbrücken, die, die Abgründe über den reißenden Gebirgsflüssen überspannen, gingen zuerst die Pferde und Maultiere und dann auch noch das gesamte schwere Gerät verloren. Auch eini­ge Männer wurden bei den Unfällen mit in die Tiefe gerissen.
Und doch kamen die Perser noch zu dem befohlenen Kampf mit Mulla Mustafas Kolonne: Am 9. Juni, 40 Kilometer nordwestlich von Khoi, wollte ein Bataillon Stellung beziehen und die Kurden in eine Falle locken. Aber als die Soldaten in ein tief eingeschnittenes Seiten­tal vorrückten, saßen sie plötzlich selbst in einer Falle, die, die Meister des Gebirgskrieges ihren Verfolgern gestellt hatten.

Von den Hängen und von den hochaufragenden Felsen prasselte ein dichter Kugelha­gel auf die anrückenden Perser nieder, flogen Handgranaten und ge­ballte Ladungen der Kurden dazwischen. Nach kaum einer Stunde war das Gefecht vorbei. Die Perser, die während des Feuerüberfalls keinen einzigen Kurden zu Gesicht bekommen hatten, ließen mehr als 100 Gefallene zurück, die Verwundeten wurden mitgeschleppt, und obendrein gerieten beim hastigen Rückzug noch 16 Soldaten in kurdische Gefangenschaft und wurden als Geiseln mitgeführt. Nun beschränkten sich die iranischen Truppen vorerst aufs Beobachten.

Am 10.Juni hatten es die Barzanis beinahe geschafft. Im Norden blinkten die Schneefelder und Gletscher des über 5000 Meter hohen biblischen Berges Ararat. Bei den Persern und Kurden heißt der er­loschene Vulkan Kuh-e-nuh, und für die Kurden stellt er die nörd­lichste Siedlungsgrenze ihres Volkes dar. Vor allem aber sahen die erschöpften Männer Mulla Mustafas auf das Flusstal des Aras hinab, den Araxes des Altertums.

Sein Lauf bil­det an dieser Stelle die Grenze zwischen der Türkei, dem Iran und der Sowjetunion. Jenseits des Flusses, auf der sowjetischen Seite, lag für die Barzanis die Sicherheit.
Ihr langer Marsch, in dessen Verlauf sie in rund zwei Wochen annähernd 350 Kilometer durch schwierig­stes Gelände bewältigt hatten, war zu Ende. Mulla Mustafa schickte zwei Kuriere voraus, die den kommunistischen Gastgebern die Ankunft der Kurden melden sollten.

Ein paar Tage später durchwateten die 431 Überlebenden des Marsches, eine zerlumpte und erschöpfte Schar, das eisige Wasser des Aras. Als die ersten Panzerwagen der persischen Verfolger die Böschung hinun­terrasselten, fanden die Besatzungen nur noch ein paar liegengeblie­bene Gewehre und die Leichen zweier ertrunkener Peshmerga.

Mulla Mustafa und seine Männer waren im Exil, verschwunden von der Bühne der Geschichte, die sie erst elf Jahre und vier Monate spä­ter wieder betreten sollten.

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Publiziert am: Sonntag, 29. Oktober 2006 (11248 mal gelesen)
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L’interrogation qui porte sur l’alliance ou la mésalliance entre la philosophie et la poésie n’est pas nouvelle. Elle remonte à l’Antiquité, mais la fascination réciproque de ces deux champs du langage et de la pensée n’en est pas moins restée vive pour autant. Dans sa Poétique1, Aristote consacre plusieurs pages à la personne du poète dont il considère l’activité comme étant plus noble et plus philosophique que celle de l’historien. Ce qui constitue, aux yeux d’Aristote, la supériorité de la poésie sur l’histoire, c’est son caractère philosophique et sa tendance à exprimer l’universel, c’est-à-dire sa capacité à fournir des modèles. Platon chasse pourtant les poètes de sa cité idéale au livre III de la République et interdit aux gardiens-philosophes chargés d’administrer la cité de pratiquer la poésie au prétexte que la mimesis ne donne qu’un reflet déformé de la réalité sensible2. La disqualification des poètes par Platon est sévère et l’un des motifs de leur discrédit est la distance de leur propos par rapport à la réalité. Si la philosophie a souvent revendiqué sa suprématie spirituelle sur la poésie, la poésie a souvent affirmé sa puissance philosophique qui lui permet de dire des choses que la philosophie ne peut pas dire. La problématique d’une difficile articulation à trouver entre poésie et philosophie se retrouve sous la plume de Goethe et Schiller au sein de la correspondance assidue qu’ils entretiennent de 1794 à la mort de Schiller en 1805. Schiller en particulier, ressent douloureuse­ment la peine qu’il éprouve à harmoniser ces deux champs du savoir et de la créativité et se plaint, dans plusieurs lettres à son ami, de la dissymétrie qui affecte la confrontation entre poésie et philosophie. La supériorité qu’il accorde à la poésie sur la philosophie, parce qu’elle est selon lui une activité noble et non prosaïque, rejoint, en certains points, la conception aristotélicienne ; il va même jusqu’à faire du poète le seul être véritablement humainet du philosophe une caricature du premier, comme il ressort d’une lettre qu’il écrit à Goethe le 7 janvier 1795 : « […] weil alle Natur nur Synthesis und alle Philosophie Antithesis ist […] so viel ist indes gewiss, der Dichter ist der einzige wahre Mensch, und der beste Philosoph ist nur eine Karikatur gegen ihn »3. Philoso­pher lui demande peu d’énergie et ne sollicite que la moitié de son être alors que les muses le vident de ses forces :


4 Lettre à Goethe du 29 août 1795, ibid. p. 103 : « Je crains de devoir expier les mouvements pleins (...)

Ich fürchte, ich muss die lebhaften Bewegungen büßen, in die mein Poetisieren mich versetzte. Zum Philosophieren ist schon der halbe Mensch genug, und die andere Hälfte kann ausruhen ; aber die Musen saugen einen aus4.


2
Que la philosophie soit pour Schiller une activité prosaïque, c’est une idée qu’il exprime dans une autre lettre à Goethe datée du 17 décembre 1795 :


5 Lettre à Goethe du 17 décembre 1795, ibid. p. 138-139 : « Cela fait longtemps que je ne me suis sen (...)

Ich habe mich lange nicht so prosaisch gefühlt als in diesen Tagen und es ist hohe Zeit, dass ich für eine Weile die philosophische Bude schließe. Das Herz tastet nach einem betastlichen Objekt5.

6 « La véritable formation de l’individu ne consiste qu’en un certain lien établi entre philoso­phie (...)


3
Goethe insiste, quant à lui, plutôt que sur la disjonction douloureuse entre poésie et philosophie, sur leur nécessaire harmonisation, qui est un élément constitutif de l’être humain véritablement cultivé : « […] nur in einer gewissen Verbindung der Philosophie und Poesie bestehe die wahre Bildung », écrit-il à Schiller6.

7 Lettre à Schiller du 27 juin 1797, op. cit., p. 366-367.
8 « Bonne chance pour avancer dans Faust, que les philosophes attendent ici avec une curio­sité indic (...)
9 Richard Baum, « Dichtung und Sprache : Goethes Vorstellung von Poesie », in : Faust, modernisation (...)
10 R. Baum, ibid. p. 95-96.
11 « [Homère et Aristophane] imitent tous deux des gens qui agissent et font quelque chose. Voilà pour (...)


4
Évoquant la gestation de sa tragédie Faust, Goethe fait part, dans une lettre à son ami7, de l’équilibre qu’il n’a eu de cesse de rechercher entre la pensée et l’expressivité. Ce sont pourtant les philosophes de son époque qui semblent avoir attendu avec l’impatience la plus vive la parution du Faust, comme le mentionne Schiller dans une lettre du 16 mars 1801 : « Viel Glück zu den Fortschritten im “Faust”, auf den die hiesigen Philosophen ganz unaussprechlich gespannt sind »8. Comme le rappelle Richard Baum dans un article consacré à l’idée que Goethe se fait de la poésie9, l’écrivain et penseur a cherché précisément à définir l’essence de la poésie en l’opposant à la philoso­phie et à la mystique10. On peut donc en toute légitimité s’interroger sur la place respective de la philosophie et de la poésie dans la tragédie de Goethe et réfléchir à leur articulation et leur expression dans une pièce qui, en dernière instance, relève du drame au sens étymologique tel que le définit Aristote11, et met donc à l’honneur l’action plus que le langage ou la pensée. Peut-être Goethe a-t-il à cœur, en cherchant à harmoniser dans Faust la poésie et la phi­losophie, de dépasser le dualisme dans lequel elles sont enfermées en faisant de son œuvre maîtresse le chef-d’œuvre de la poésie pensante et de la philosophie expressive ?

La voix sacrée du poète


5
Considérons tout d’abord que la parole est d’emblée donnée au poète : la tra­gédie s’ouvre sur une dédicace du poète qui se présente sous la forme d’un poème en stances de quatre strophes dans lequel l’auteur fait part des diffi­cultés rencontrées lors de la création de son œuvre et évoque avec nostalgie et douleur, sur un ton élégiaque, ses jeunes années où il s’était attelé à la tâche ardue d’écrire un dramequ’il reprend aujourd’hui avec peine. Il y est question du chant du poète par lequel il exprime sa douleur de n’être peut-être pas com­pris de la foule :


12 « Zueignung », v. 21-24 : « C’est pour des inconnus que je souffre ou que j’aime ; / Quand leur fou (...)

Mein Leid ertönt der unbekannten Menge,
Ihr Beifall selbst macht meinem Herzen bang,
Und was sich sonst an meinem Lied erfreuet,
Wenn es noch lebt, irrt in der Welt zerstreuet12.

13 « Prolog im Theater », v. 37, 90 et 98.
14 Ibid., v. 59 ; v. 63-66 ; v. 156-157. [Traduction, p. 24, 26 et 28]


6
C’est donc la voix du poète qui s’élève pour initier le drame. On la retrouve dans la scène suivante, « Prolog im Theater » (« Prologue sur le théâtre »), maté­rialisée cette fois par le personnage du poète siégeant sur scène aux côtés du directeur du théâtre et du bouffon. Le « je » lyrique qui s’était exprimé dans la dédicace fait ici l’objet d’une dissociation matérielle entre trois personnages qui reprennent chacun à leur compte les questions soulevées en préambule par le seul poète et qui concernaient les rapports entre le poète et ses personnages, le poète et son public. Deux conceptions antithétiques s’opposent dans ce pro­logue : il s’agit de celle du poète, épris d’absolu et d’idéalisme et de celle du directeur du théâtre, âpre au gain et soucieux de la réussite sociale et matérielle du projet13. Sans doute les réparties du directeur du théâtre sont-elles destinées, dans leur matérialisme outrancier, à souligner favorablement les ambitions éthérées du poète qui, tel un Dieu, crée et assure la pérennité de l’Olympe14. Il ressort du dernier vers du passage que l’épiphanie du génie humain est assurée par le poète. La poésie est déclarée bien supérieure à toutes les formes de lan­gage et de pensée, elle a vocation d’absolu et confine au sacré.

La mélancolique et élégiaque méditation de Faust sur le sens

15 « Nacht » (« Nuit »), v. 354-357. [Traduction, p. 35]
16 Ibid., v. 358-359 et v. 364.
17 Ibid., v. 385.
18 « Wortkrämerei ».
19 Ibid., v. 386-397. Notons au passage que l’invocation à la lune est un motif récurrent chez les poè (...)
20 Ibid., v. 377-383. [Traduction, p. 36]
21 « Wald und Höhle » (« Forêt et caverne »), v. 3217-3218.
22 « Nacht », v. 522-525 ; 546-547. [Traduction, p. 41]


7
La tragédie proprement dite le confirme en s’ouvrant sur le savant Faust qui médite le désastre du sens et déplore l’impouvoir foncier du langage. La vanité du savoir le rend mélancolique et fait surgir en lui des idées de suicide. La pre­mière des facultés étudiées qu’il évoque en un accord initial chargé de profonde mélancolie est d’ailleurs la philosophie15. Le monologue entier de Faust est constitué de trois raisonnements antithétiques par lesquels le savant oppose ses longues et savantes études à son faible savoir16 et il achève sa tirade par une condamnation méprisante du langage17 qui n’est pas sans rappeler la haine de Herder pour ce que ce dernier appelait « la boutique de mots creux »18, mais il s’apparente à un long poème et comme le lieu où le sujet vient porter plainte. Le premier monologue de Faust est tout à la fois une crise et un procès. La déception de Faust éprouvée face à l’impuissance du savoir et à la stérilité de la pensée fait alors place à une apostrophe à la lune, empreinte de lyrisme et de douceur élégiaque, où Faust se fait le chantre de la nature qui saura le guérir de ses tourments. Le ton, le rythme, le style et le vocabulaire deviennent tout autres19. Déçu par la science livresque, constatant non sans amertume qu’il a étudié la philosophie, mais qu’il ne philosophe pas, Faust se tourne alors vers la magie blanche, espérant trouver par la pratique magique un accès intime au monde et une harmonie entre microcosme et macrocosme, homme et uni­vers20. Conçu à l’image des alchimistes et des philosophes mystiques de la Renaissance, Faust, s’adonnant à la pratique de la magie blanche, est davantage théosophe que philosophe, dans la mesure où il cherche par l’intuition et l’extase, bien plus que par la connaissance scientifique ou le raisonnement philosophique, à s’élever vers une vision radieuse du monde et aspire à une connaissance mystique et non raisonnée de la Nature. La formule magique par laquelle Faust invoque l’Esprit de la terre vient rappeler la puissance expressive du langage et de la poésie ; Faust fait ici un usage poétique du langage ancré dans le sensible, la sensualité, le désir, qui n’est pas simple ornement ni simple jeu avec les mots, mais qui est motivé par l’invocation de l’Esprit de la terre auquel il s’adressera, comme en un hymne de gratitude, dans un second mo­nologue dans la scène « Wald und Höhle »21 (« Forêt et caverne »). À cet usage poétique et presque extatique du langage, Goethe oppose à dessein l’admiration naïve de Wagner envers un usage rhétorique du langage et, soulignant le pro­saïsme du personnage, lui donne le rôle d’un faire-valoir du théosophe épris d’absolu qu’est Faust22. La seule parole de Wagner que l’on pourrait, dans cet échange avec Faust, juger poétique en raison du recours à la figure du chiasme, n’est en fait qu’une pâle et scolaire imitation d’Hippocrate, fort éloignée du génie poétique créateur et inspiré :


23 Ibid., v. 558-559.
24 Ibid., p. 41.

Ach Gott ! die Kunst ist lang !
Und kurz ist unser Leben23.
Mon Dieu ! Que l’art est long et que la vie est brève24 !


8
C’est dans la rencontre avec son famulus, qui n’est finalement qu’une caricature de lui-même ou de son moi qu’il voudrait déjà antérieur, que Faust prend toute la mesure de sa crise existentielle et du drame de son identité. Le drame de Faust est celui de la connaissance doublé d’un drame existentiel, c’est le drame universel du sujet malheureux et scindé qui recherche la réconciliation entre le monde de la matière et le monde de l’esprit. La tragédie de Goethe est sous-tendue par un questionnement philosophique : le souci de Faust de mener une enquête sur soi, ses limitations et sur la nature du bonheur possible à l’homme. C’est un drame existentiel plus que métaphysique, en dépit du « Prologue au Ciel » qui met en scène la confrontation manichéenne entre Dieu et le Diable :


25 Denise Blondeau, « Le poète et le diable, ou la révolution du langage poétique », in : Faust, moder (...)

Il ne faut pas oublier que la tragédie de Faust s’ouvre en cette nuit du samedi de Pâques où Dieu est mort. Faust est donc conduit à un insupportable « connais-toi toi-même » et découvre son identité comme une innommable vérité. Sa subjectivité naguère déchaînée et triomphante n’a d’autre issue que ce radica­lisme de l’anéantissement25.

26 « Studierzimmer I » (« Cabinet de travail I »), v. 1224-1237. [Traduction, p. 63]
27 « Nacht », v. 356.
28 C’est aussi parce que sa modalité d’être au monde est interrogative et non assertive comme celle du (...)
29 Richard Baum, op. cit., p. 117.
30 Notons ici que le « Ach ! » devient l’emblème acoustique de la césure intérieure de Faust et que la (...)
31 « Vor dem Tor » (« Devant la porte de la ville »), v. 1112.


9
Dans sa recherche d’une vérité sur lui-même et sur les conditions du bonheur terrestre, dans sa dénonciation du potentiel mensonger du langage, Faust est engagé sur une voie philosophique dont le mode d’expression privilégié reste, en dernière instance, le dialogue. Le geste fondateur de la philosophie procède d’une exclusion du « je » au profit du couple constitué du questionnement et de ses réponses. La crise existentielle de Faust réclame des actes et une résolution que seule la forme dramatique est à même de signifier. Aussi la tragédie de Goethe s’apparente-t-elle à un poème philosophique en acte et en actes ; l’action est jugée bien supérieure au langage dans ce passage de la scène « Studierzimmer » (« Cabinet de travail ») où Faust s’apprête à traduire l’Évangile selon saint Jean26. Dans ce passage, Faust se fait poète et philosophe, bien plus que théologien. Il renie, du reste, la théologie qu’il regrette d’avoir étudiée27. Il modifie en profondeur le sens du texte biblique, fait œuvre de poèteen montrant ici une parole qui bouge et cherche sa place, une parole qui existe de se chercher et subsiste de se questionner28, comme lui. Le travail du poète est de restituer à la langue sa matérialité, sa densité, son épaisseur29 et sa force, ce que Faust cherche à faire dans ce passage en cherchant la formule d’énergie, le souffle, le son qui le satisfera et qui explose au vers 1237 dans le terme « action » (« Die Tat »). La poésie rejoint la philosophie dans la mesure où toutes deux sont des activités philologiques, activités de lecture et d’écriture, lecture critique et réécriture de sa propre vie pour Faust. Faust va penser sa vie en mouvement, en se mettant en mouvement aux côtés de Méphistophélès et se faire progressivement l’artisan philosophe de sa nouvelle existence. Après la poétique du désaccord fondamental avec lui-même exprimé dans le cri déchi­rant suggérant sa scission intérieure « Zwei Seelen wohnen ach ! in meiner Brust »30 (« Deux âmes, hélas ! habitent en ma poitrine ») de la scène « Vor dem Tor »31 (« Devant la porte de la ville »), la question centrale du drame va s’énoncer de la manière suivante : comment réaccorder l’être humain, au double sens musical et conceptuel du verbe « réaccorder », comment réaccor­der la pensée et le désir, le discours conceptuel philosophique auquel Faust est si exercé et le discours mythique poétique dont il est l’emblème ? La vie de Faust, dont le mouvement va de la quête du savoir à la quête du sens, devient poésie pensante, se fait « poésophie », c’est-à-dire articulation intime entre poésie et philosophie et acquisition d’une sagesse de vie par la parole poétique dont Gretchen est l’emblème.

32 À ce sujet, lire l’article de Denise Blondeau, op. cit., p. 65.
33 « Strasse » (« Une rue »), v. 2626.
34 « Garten » (« Un jardin »), v. 3179-3186. [Traduction, p. 147]


10
Goethe insiste dans son drame sur une poétique du contraste qui suggère la lente et difficile réunification à lui-même de Faust. Deux personnages sont convoqués pour suggérer la crise identitaire de Faust : il s’agit de Méphisto et de Gretchen. Méphisto représente une sorte de projection abjecte de Faust, son mauvais « moi », son double malfaisant, hétérogène et démoniaque, l’altérité qu’il a refoulée32. C’est dans le rapport à l’autre que se définit le propre, il ne peut y avoir d’identité que là où il y a différence. On ne se connaît soi-même que par la relation, le rapport établi, comme en amour. Méphisto souligne la faille identitaire de Faust, dans laquelle il s’engouffre d’ailleurs dans l’espoir de triompher dans le cadre du pari conclu avec le Seigneur. C’est précisément parce que Faust a une double nature, possède deux âmes, l’une noble, attirée par les hautes sphères de l’esprit et de la science, l’autre vile, sensible aux jouis­sances bassement terrestres, que Méphisto est détenteur d’un pouvoir sur Faust qu’il ne peut avoir sur Gretchen qui est une nature entière, simple, non scindée et dont il dira justement : « Über die hab’ ich keine Gewalt »33 (« Je n’ai pas de pouvoir sur elle »). Les deux thèmes principaux de la pièce sont ceux de l’amour et de la liberté. Faust est mis face à la liberté de choisir entre la voie du Bien ou celle du Mal, de répondre de ses actes en ayant éventuellement recours au repentir et à l’expiation de ses erreurs qui concernent essentiellement sa relation amoureuse à Gretchen. Pour signifier l’amour qui les lie, Goethe a d’ailleurs recours à une métaphore florale très signifiante et programmatique pour le reste de la tragédie ; elle se situe dans la scène où Gretchen-Marguerite effeuille précisément la marguerite sous les yeux de Faust et, ce faisant, signifie, en détruisant progressivement la fleur, sa propre destruction à venir, rappelant aussi que le drame bourgeois dans lequel s’inscrit la tragédie de Marguerite ne laisse aucune possibilité d’issue heureuse à l’amour-passion34.

Le personnage de Gretchen et la physique de la parole

35 Dans les scènes « Abend » (« le soir »), « Gretchens Stube » (« La chambre de Gretchen ») et « Zwin (...)
36 « Marthens Garten » (« Le jardin de Marthe »), v. 3472-3473.
37 Ibid., v. 2753-2760. [Traduction, p. 125-126]


11
Gretchen se fait poètedans le passage où elle recourt à la métaphore qui est analogie et transposition, redistribution du sens de façon imagée. Le mot ren­voie à l’idée, la fleur effeuillée renvoie à la virginité menacée. Cette approche métaphorique de l’expression de son amour est une façon pour Gretchen d’entrer en relation avec sa réalité à venir. Elle exprime métaphoriquement sa propre histoire. La métaphore est ici motivée et référentielle par rapport à l’histoire de Gretchen. La scène développe une esthétique de la poésie où pré­domine la logique de l’analogie, de la comparaison, de la non-identité. Gretchen est sans doute, de tous les personnages de la pièce, celui dont le mode d’expression privilégié est le plus poétique, émotionnel, non réflexif ni discursif. À trois reprises35, elle a recours au chant ou à la prière, c’est-à-dire au pouvoir incantatoire et consolateur de la parole poétique pour dissiper son malaise ou exprimer son amour. À la fin de la scène « Abend » (« Le soir »), par exemple, où Faust et Méphisto s’introduisent dans la chambre de Gretchen à son insu pour y déposer le coffret à bijoux, cette dernière éprouve confusément un malaise à son retour, elle ressent la présence hostile du Diable pour lequel elle avouera son antipathie dans la scène « Marthens Garten »36 (« Le jardin de Marthe ») et entonne alors la ballade du roi de Thulé pour dissiper sa frayeur37. La puissance de la poésie réside en ce qu’elle peut dire des choses que la philo­sophie est impuissante à dire comme la peur, l’appréhension ou encore l’amour. Le mode d’accès à l’être et à la connaissance chez Gretchen est beau­coup plus intuitif que discursif. Il y a identité chez Gretchen de l’objet et du sujet. La poésie est « mesurée », elle régule, cadastre les émotions violentes éprouvées. Gretchen est présente au réel par le chant, elle est « toute », c’est-à-dire qu’elle est dans l’existence grâce à l’essence de la parole. Les passages où Gretchen s’exprime par des chants appellent une typographie particulière, une dimension plastique, rythmique et immédiatement sensible, c’est-à-dire une physique de la parole. Le sens, en même temps qu’il est formel, est aussi, dans ces passages, existentiel. La poésie à laquelle Gretchen a recours produit du sens. La « Stimmung », qui évoque une tonalité affective inséparable de l’atmosphère, qui renvoie à l’impression qui se dégage de la configuration des choses, de la disposition des mots, n’est précisément pas l’expression d’un sujet, logique et raisonnée. Gretchen est dans le domaine de la signifiance poé­tique et non de la signification conceptuelle. Gretchen est une enfantqui vit dans une sorte d’enfance du langage où il n’y a pas de moyen de communiquer conceptuel. Elle redécrit le monde au lieu de le décrire. La poésie demande d’entendre avant de comprendre, de comprendre en prononçant. Le rôle des poètes n’est-il pas de retrouver l’essence des mots, des silences ? Sur ce point, elle est l’exact opposé de Faust qui incarne la réflexivité angoissée et la conceptualisation aride. Goethe semble avoir travaillé ces deux personnages en contraste, comme certaines scènes le soulignent. C’est le cas, par exemple, de la scène « Marthens Garten » (« Le jardin de Marthe ») dans laquelle s’engage entre Gretchen et Faust une conversation au sujet de la religion. Faust se pré­sente comme un libre penseur, à peine encore attaché au christianisme teinté de sentimentalisme de son enfance. En ce sens, Faust, détourné du sacré et du religieux n’est pas un être poétique. Il y a, par ailleurs, dans la tragédie de Goethe, quelques scènes comiques ou burlesques qui viennent relativiser la figure et le pouvoir du Diable, mieux que ne sauraient le faire des réflexions philosophiques ou théologiques.

Conclusion

38 Ibid., « Straße II », v. 3050.
39 Ibid., v. 3052-3054.


12
De manière générale, la tragédie de Goethe est sous-tendue par une opposition entre un discours poétique et un discours non-poétique ou prosaïque que viennent incarner quelques personnages comme Dame Marthe, veuve joyeuse et cupide, ou encore Wagner, fermé à toute dimension surnaturelle de la vie, comme on le constate dans la scène « Vor dem Tor » (« Porte devant la ville »), où il ne voit dans le barbet qui s’attache à Faust à la fin de leur promenade pascale rien d’autre qu’un vulgaire barbet, là où Faust pressent une force sur­naturelle et énigmatique. La pièce de Goethe contient de nombreux passages à caractère lyrique et quelques dialogues à caractère philosophique ; il n’en reste pas moins que Goethe a choisi la théâtralisation et la forme du drame pour, in fine, donner forme au mythe de Faust. C’est-à-dire qu’il a voulu privilégier le sens de l’action. Ce sont le drame et l’action qui affirment leur primauté sur la philosophie et la poésie. Certes, il mélange les genres – lyrique et dramatique –, ne serait-ce qu’en écrivant toute sa pièce en vers (à l’exception de la scène en prose intitulée « Trüber Tag. Feld. » / « Jour sombre. La campagne »), mais ses références sont néanmoins essentiellement théâtrales, allant de la tragédie an­tique avec l’insertion des prologues et la présence de chœurs qui relèvent de la tradition antique, au drame shakespearien en intégrant de nombreuses réfé­rences intertextuelles à quelques-unes des pièces de l’auteur anglais, comme Macbeth avec la présence des sorcières dans les scènes « Hexenküche » (« Cuisine de sorcière ») et « Walpurgisnacht » (« Nuit de Walpurgis »), ou en­core au drame bourgeois qui est la référence sous-jacente de la tragédie dite « de Marguerite ». Ainsi, la tragédie de Goethe met en évidence la fracture et l’harmonie difficile entre poésie et philosophie incarnée par le personnage éponyme de la pièce, mais éclatée aussi selon les personnages qui forment la constellation principale, à savoir Gretchen et Méphisto. Si le langage est l’instrument privilégié de la poésie et de la philosophie, la pièce de Goethe est sous-tendue par une réflexion sur l’efficience du langage et parsemée de pas­sages dans lesquels une critique du langage – rhétorique et mensonger – est à l’œuvre. Faust dira à Méphisto qu’il est un menteur, doublé d’un sophiste38, c’est-à-dire un ennemi du vrai philosophe. Lui-même ne sera pas à l’abri d’une telle accusation, car il va, auprès de Gretchen, faire un usage abusif du langage et faire autant de beaux mots comme amant que comme savant, ce que ne manque pas de lui rappeler le Diable dans la seconde scène intitulée « Straße »39 (« Une rue »). La tragédie de Goethe met en lumière la crise d’un sujet en quête de sens, la crise de la subjectivité comme plénitude psychologique à exprimer. La philosophie dans la pièce, le « vouloir dire », ne domine pas la poésie et c’est pour finir dans le « vouloir agir », dans l’action dramatique que Faust va entre­voir une issue à son déchirement intérieur initial. Élevant son personnage au rang de figure mythique qui cherche la réunification à lui-même par l’affirma­tion du désir pensant et de la pensée désirante, Goethe concourt au développe­ment de l’idée d’une pensée poétique en action.

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_ Notes

1 Aristote, Poétique [Introduction, traduction nouvelle et annotation de Michel Magnien], Paris, Le Livre de poche, « Classiques », 1990, p. 98.

2 Platon, République, « livre III », cité par Michel Magnien dans Aristote, Poétique, ibid. p. 141.

3 Ibid. p. 55.

4 Lettre à Goethe du 29 août 1795, ibid. p. 103 : « Je crains de devoir expier les mouvements pleins de vie dans lesquels m’a jeté mon activité poétique. Pour philosopher, il n’est besoin que d’une moitié d’homme, quand l’autre moitié peut se reposer ; mais les muses vous sucent jusqu’à la moelle. » [Traduction B. A.]

5 Lettre à Goethe du 17 décembre 1795, ibid. p. 138-139 : « Cela fait longtemps que je ne me suis senti aussi prosaïque que ces derniers jours et il est grand temps que je ferme pour un moment la baraque philosophique. Mon cœur aspire à un objet plus palpable. » [Traduction B. A.]

6 « La véritable formation de l’individu ne consiste qu’en un certain lien établi entre philoso­phie et poésie » [Traduction B. A.], Lettre à Schiller du 9 août 1797, ibid. p. 388.

7 Lettre à Schiller du 27 juin 1797, op. cit., p. 366-367.

8 « Bonne chance pour avancer dans Faust, que les philosophes attendent ici avec une curio­sité indicible » [Traduction B. A.], Lettre à Goethe du 16 mars 1801, op. cit., p. 360.

9 Richard Baum, « Dichtung und Sprache : Goethes Vorstellung von Poesie », in : Faust, modernisation d’un modèle, Paris, L’Harmattan, 2005, p. 95-120.

10 R. Baum, ibid. p. 95-96.

11 « [Homère et Aristophane] imitent tous deux des gens qui agissent et font quelque chose. Voilà pourquoi, selon certains, ces œuvres sont aussi appelées drames [δραματα] : elles imi­tent des gens qui font quelque chose », Poétique, op. cit., p. 88.

12 « Zueignung », v. 21-24 : « C’est pour des inconnus que je souffre ou que j’aime ; / Quand leur foule applaudit, j’hésite, je ne sais. / De tous ceux que mon chant émouvait à la ronde, / Le peu qui vit encore est épars dans le monde. », Goethe, Faust I et II, « dédicace » [Tra­duction par Jean Malaplate et présentation par Bernard Lortholary], Garnier-Flammarion, Paris 1984, p. 24. [C’est de cette édition que sont extraites toutes les traductions françaises du présent article.]

13 « Prolog im Theater », v. 37, 90 et 98.

14 Ibid., v. 59 ; v. 63-66 ; v. 156-157. [Traduction, p. 24, 26 et 28]

15 « Nacht » (« Nuit »), v. 354-357. [Traduction, p. 35]

16 Ibid., v. 358-359 et v. 364.

17 Ibid., v. 385.

18 « Wortkrämerei ».

19 Ibid., v. 386-397. Notons au passage que l’invocation à la lune est un motif récurrent chez les poètes allemands préromantiques, ce qui souligne encore davantage le lyrisme du passage. [Traduction, p. 36]

20 Ibid., v. 377-383. [Traduction, p. 36]

21 « Wald und Höhle » (« Forêt et caverne »), v. 3217-3218.

22 « Nacht », v. 522-525 ; 546-547. [Traduction, p. 41]

23 Ibid., v. 558-559.

24 Ibid., p. 41.

25 Denise Blondeau, « Le poète et le diable, ou la révolution du langage poétique », in : Faust, modernisation d’un modèle, op. cit., p. 65.

26 « Studierzimmer I » (« Cabinet de travail I »), v. 1224-1237. [Traduction, p. 63]

27 « Nacht », v. 356.

28 C’est aussi parce que sa modalité d’être au monde est interrogative et non assertive comme celle du Dieu du « Prologue au Ciel » que Faust est homme.

29 Richard Baum, op. cit., p. 117.

30 Notons ici que le « Ach ! » devient l’emblème acoustique de la césure intérieure de Faust et que la poétique du désaccord est assurée par l’intonation du « Zwei ».

31 « Vor dem Tor » (« Devant la porte de la ville »), v. 1112.

32 À ce sujet, lire l’article de Denise Blondeau, op. cit., p. 65.

33 « Strasse » (« Une rue »), v. 2626.

34 « Garten » (« Un jardin »), v. 3179-3186. [Traduction, p. 147]

35 Dans les scènes « Abend » (« le soir »), « Gretchens Stube » (« La chambre de Gretchen ») et « Zwinger » (« Le rempart »).

36 « Marthens Garten » (« Le jardin de Marthe »), v. 3472-3473.

37 Ibid., v. 2753-2760. [Traduction, p. 125-126]

38 Ibid., « Straße II », v. 3050.

39 Ibid., v. 3052-3054.

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_ Pour citer cet article

Référence papier

Bénédicte Abraham, « Poésie et philosophie dans Faust I de Goethe », Coulisses, 43 | 2011, 105-114.

Référence électronique

Bénédicte Abraham, « Poésie et philosophie dans Faust I de Goethe », Coulisses [En ligne], 43 | Automne 2011, mis en ligne le 30 novembre 2016, consulté le 18 mars 2018. URL : http://journals.openedition.org/coulisses/348 ; DOI : 10.4000/coulisses.348

http://journals.openedition.org/coulisses/348

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MessageSujet: Re: SHEX MAHMUD NAMIR, Ağrı et RÉPUBLIQUE DE MAHABAD.   Lun 19 Mar à 4:24


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Sheikh Mahmud Barzanji (Kurdish: شێخ مه‌حموود بەرزنجی‬‎) or Mahmud Hafid Zadeh (1878 – October 9, 1956) was the leader of a series of Kurdish uprisings against the British Mandate of Iraq. He was sheikh of a Qadiriyah Sufi family of the Barzanji clan from the city of Sulaymaniyah, which is now in Iraqi Kurdistan. He was named King of Kurdistan during several of these uprisings.

Background[edit]

After World War I, the British and other Western powers occupied parts of the Ottoman Empire. Plans made with the French in the Sykes–Picot Agreement got Britain designated as the mandate power.[citation needed] The British were able to form their own borders to their pleasure to gain an advantage in this region.[citation needed] The British had firm control of Baghdad and Basra and the regions around these cities, mostly consisted of Shiite and Sunni Arabs.

In 1921, the British appointed Faisal I the King of Iraq. It was an interesting choice because Faisal had no local connections, as he was part of the Hashemite family in Western Arabia.[citation needed] As events were unfolding in the southern part of Iraq, the British were also developing new policies in northern Iraq which was primarily inhabited by Kurds. The borders that the British formed had the Kurds between central Iraq (Baghdad) and the Ottoman lands of the north.

The Kurdish people of Iraq lived in the mountainous and terrain of the Mosul Vilayet. It was a difficult region to control from the British perspective because of the terrain and tribal loyalties of the Kurds. There was much conflict after the Great War, between the Ottoman government and British on how the borders should be established. The Ottomans were unhappy with the outcome of the Treaty of Sèvres, which allowed the Great War victors control over much of the former Ottoman lands, through the distribution of formerly Ottoman territory as League of Nations mandates.

In particular, the Turks felt that the Mosul Vilayet was theirs because the British had illegally conquered it after the Mudros Armistice, which had ended hostilities in the war.[citation needed] With the discovery of oil in northern Iraq, the British were unwilling to relinquish the Mosul Vilayet.[citation needed] Also, it was to the British advantage to have the Kurds play a buffer role between themselves and the Ottoman Empire. All that led to the importance of Sheikh Mahmud Barzanji.

With the Kurds in the north of the new Iraqi state and the Ottoman Empire, Britain could gain a protector shield for Iraq.[clarification needed] The British promised the Kurds during the Great War that they would receive their own land to form a Kurdish state. However, the British did not keep their promise, which was the first of many instances the British manipulated the Kurds and lied to them.[citation needed]

There was mistrust on the part of the Kurds, who were left with a bad taste in their mouth. In 1919, uneasiness began to evolve in the Kurdish regions because they were unhappy with the situation the British forced upon them. The Kurds revolted a year later.

The British tried to establish a puppet government in the region and so appointed a popular leader of the region,[citation needed] which was how Mahmud became governor of southern Kurdistan.

Power and revolts[edit]





Mahmud Barzanji
Main article: Mahmud Barzanji revolts

Mahmud was a very ambitious Kurdish national leader and promoted the idea of Kurds to control their own state and gain independence from the British. As Charles Tripp relates, the British appointed him governor of Sulaimaniah in southern Kurdistan as a way of gaining an indirect rule in this region. The British wanted this indirect rule with the popular Mahmud at the helm, which they believed would give them a face and a leader to control and calm the region. However, with a little taste of power, Mahmud had ambitions for more for himself and for the Kurdish people. He was declared "King of Kurdistan" and claimed to be the ruler of all Kurds, but the opinion of Mahmud among Kurds was mixed because he was becoming too powerful and ambitious for some.[1]

Mahmud hoped to create Kurdistan and initially, the British allowed Mahmud to pursue has ambitions because he was bringing the region and people together for the British to control. However, by 1920, Mahmud, to British displeasure, was using his power against the British by capturing British officials in the Kurd region and starting uprisings against the British.[2] As historian Kevin McKierman writes, "The rebellion lasted until Mahmud was wounded in combat, which occurred on the road between Kirkuk and Sulaimaniah. Captured by British forces, he was sentenced to death but later imprisoned in a British fort in India."[3] Sheikh remained in India until 1922.

Return and second revolt[edit]





Mahmud Barzanji
With the exile of Sheikh in India, Turkish nationalists in the crumbling Ottoman Empire were causing a great deal of trouble in the Kurdish regions of Iraq. The Turkish nationalists, led by Mustafa Kemal, were riding high in the early 1920s after their victory against Greece and were looking to take that momentum into Iraq and take back Mosul. With the British in direct control of northern Iraq after the exile of Sheikh Mahmud, the area was becoming increasingly hostile for the British officials due to the threat from Turkey. The region was led by the Sheikh's brother, Sheikh Qadir, who was not capable of handling the situation and was seen by the British as an unstable and unreliable leader.

Sir Percy Cox, a British military official and administrator to the Middle East especially Iraq, and Winston Churchill, a British politician, were at odds on whether to release the Sheikh from his exile and bring him back to reign in northern Iraq. That would allow the British to have better control over the hostile but important region. Cox argued that the British could gain authority in a region they recently evacuated, and the Sheikh was the only hope of gaining back a stable region.[4] Cox was aware of the dangers of bringing back the Sheikh, but he was also aware that one of the main reasons for the unrest in the region was the growing perception that the earlier promises of autonomy would be abandoned and the British would bring the Kurdish people under direct rule of the Arab government in Baghdad. The Kurdish dream of an independent state was growing less likely which caused conflict in the region.[5] Bringing the Sheikh back was their only chance of a peaceful Iraqi state in the region and against Turkey.

Cox agreed to bring back Sheikh and name him governor of southern Kurdistan. On December 20, 1922, Cox also agreed on a joint Anglo-Iraqi declaration that would allow a Kurdish government if they were able to form a constitution and agree on boundaries. Cox knew with the instability in the region and the fact that there were many Kurdish groups it would be nearly impossible for them to come to a solution.[6] Upon his return, Mahmud proceeded to pronounce himself King of the Kingdom of Kurdistan. Sheikh rejected the deal with the British and began working in alliance with the Turks against the British. Cox realized the situation and in 1923, he denied the Kurds any say in the government and withdrew his offer of their own independent state. The Sheikh was the king until 1924 and was involved in uprisings against the British until 1932, when the Royal Air Force and British-trained Iraqis were able to capture the Sheikh again and exile him to southern Iraq.[6]

Death and legacy[edit]

Sheikh sued for peace and was exiled in southern Iraq in May 1932 and was able to return to his family village in 1941 where he remained the rest of his years.[7] He ultimately died in 1956 in his family. He is still remembered today with displays of him around Iraqi Kurdistan and especially Sulaimaniah. He is a hero to the Kurd people to this day, as he is thought of as a brave leader against the British Mandate in Iraq who fought for the independence and respect of his people.[citation needed] He is regarded as a pioneer for many future Kurd leaders.[citation needed]

See also[edit]
Kingdom of Kurdistan
RAF Iraq Command

References[edit]


1.Jump up ^ Tripp, Charles. A History of Iraq. Cambridge Press, 2007. Page 33-34
2.Jump up ^ Lortz, Michael. "The Kurdish Warrior Tradition and the Importance of the Peshmerga", Willing to face Death: A History of Kurdish Military Forces - the Peshmerga - from the Ottoman Empire to Present-Day Iraq, 2005-10-28. Pages 10–11
3.Jump up ^ McKierman, Kevin. The Kurds. New York: St. Martin's Press, 2006. Page 31
4.Jump up ^ Olson, Robert. The Emergence of Kurdish Nationalist and the Sheikh Sa'id Rebellion, 1880–1925. Austin: University of Texas Press, 1989. Pages 60–61
5.Jump up ^ Tripp, Charles. A History of Iraq. Cambridge Press, 2007. Page 53
6.^ Jump up to: a b McKierman, Kevin. The Kurds. New York: St. Martin's Press, 2006. Page 32
7.Jump up ^ Tripp, Charles. A History of Iraq. Cambridge Press, 2007. Page 66

External links[edit]
Ethnic Cleansing and the Kurds
Kurds and the Formation of the State of Iraq 1917-1932, by M.R. Izady
The Rebellion of Sheikh Mahmmud Barzanji, in German

ET

La République de l’Ararat est un ancien État kurde auto-proclamé, dans l’est de l’actuelle Turquie, essentiellement dans la province d'Ağrı. Il tire son nom du mont Ararat, utilisé comme symbole national (Ağrı est le nom turc du mont Ararat et dérive du perse qui signifie « feu », faisant allusion à la nature volcanique du mont).

La République est proclamée en 1927 durant une rébellion kurde. Les Kurdes s’attendaient à avoir un État issu du démembrement de l’Empire ottoman, mais furent déçus dans cet espoir. Le nouvel État turc kémaliste refuse de reconnaître l’existence de la République de l'Ararat qu'il juge appartenir au territoire de la Turquie. Le gouvernement d'Ankara envoie l'armée pour reprendre le contrôle de la zone. 66 000 soldats et 100 avions sont mobilisés pour l'opération. Les Kurdes sont définitivement vaincus en 1931, et la Turquie reprend le contrôle du territoire.

La République de l’Ararat n’a jamais été reconnue par les autres États.

AINSI...

République de l'Ararat
Statut
République, État non reconnu internationalement.

Capitale
Kurdava

Histoire et événements


28 octobre 1927
Création

septembre 1930
Récupération par la Turquie et dissolution

-----------------------------------------------------

Sheikh Mahmoud Barzanji شێخ مه‌حموود.
Şêx Mehmûdê Berzencî.
Sheikh Mahmud Barzanji.

King of Kurdistan


Reign
1922–1924

Predecessor
British Empire

Successor
Faisal I of Iraq




Born
1878
Sulaimaniyah, Ottoman Iraq.

Died
October 9, 1956
Baghdad, Kingdom of Iraq.

Burial
Sulaimaniyah, Iraqi Kurdista.

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Y'BECCA
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MessageSujet: Re: SHEX MAHMUD NAMIR, Ağrı et RÉPUBLIQUE DE MAHABAD.   Lun 19 Mar à 4:41

Kounaklechat‏ @kounaklechat · 17 mars
LE PEUPLE EST LA CIRCONSTANCE DE LA NATION ET LE PRÉSIDENT N'EST PAS LÀ POUR AFFIRMER SA PAROLE ET SES VISIONS: LE PRÉSIDENT DOIT AVOIR CONSCIENCE DU FLAMBEAU SANS EN DEVENIR LE PYROMANE QUI PEUT ENFLAMMER LA JUSTICE ET L'ESPÉRANCE, LE PEUPLE EST LA PAROLE.
TAY


DANS LA SALLE D'ATTENTE, CERTAINS ÉLÉMENTS DOIVENT ÊTRE MIS EN SÉCURITÉ POUR LE BIEN ÊTRE DU PEUPLE ET DE SES SECOURISTES. LE SENTIMENT EST UN SEUL DANS LES CIRCONSTANCES DU TEMPS: AFFIRMER SA PAROLE DÉTERMINE LA RÉALITÉ D'UN PEUPLE.
TAY
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MessageSujet: Re: SHEX MAHMUD NAMIR, Ağrı et RÉPUBLIQUE DE MAHABAD.   

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